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„Das Heft zum Vergessen“ will das Wolfratshauser AWO-Demenzzentrum künftig regelmäßig herausgeben. Sie soll eine Plattform für den gemeinsamen Austausch sein. 

AWO-Demenzzentrum 

Das Heft zum Vergessen: Mit Zeitschrift ein Zeichen setzen

In Wolfratshausen gibt es eine neue Zeitschrift: „Das Heft zum Vergessen“ will das AWO-Demenzzentrum nun regelmäßig herausgeben. Am Dienstag stellten Heimleiter Dieter Käufer und Gabi Strauhal, Leitung Sozialdienst, die Zeitschrift vor.

Dieter Käufer Leiter des AWO-Demenzzentrums

Wolfratshausen – Gleich zweimal feiern konnte Dieter Käufer am Dienstag: Mehr als über seinen Geburtstag freute sich der Heimleiter des AWO-Demenzzentrums am Paradiesweg aber über die gelungene Präsentation einer Zeitschrift. „Das Heft des Vergessens“, so der Titel, will das Haus, in dem derzeit 68 Menschen leben und sieben in Tages- oder Kurzzeitpflege untergebracht sind, zukünftig regelmäßig herausgeben. Das Magazin soll dazu beitragen, das Thema Demenz stärker an die Öffentlichkeit zu transportieren. „Hauszeitschriften gibt es oft. Die sind aber in der Regel für die Bewohner gedacht“, sagt Gabi Strauhal, die Leiterin des Sozialdienstes. Die Krankheit Demenz an sich werde in der Presse meist in Fachkreisen behandelt. „Das AWO-Heft ist anders“, so Strauhal, die das Projekt vor einem halben Jahr initiiert und zusammen mit Käufer auf die Beine gestellt hat. Die Zeitschrift soll nach draußen gehen, an Betroffene, Angehörige, Interessierte, Fachkräfte – kurz an alle, die eine demenzielle Erkrankung in irgendeiner Weise beschäftigt.

Zeitschrift als Forum zum gemeinsamen Austausch

„Gerade weil es im Nordlandkreis viele Menschen gibt, die von der Krankheit betroffen sind, ist das Thema so wichtig“, erklärt Käufer. Weil die Bevölkerung zunehmend älter werde, steige auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Außerdem sei die Krankheitsursache noch immer nicht endgültig erforscht. Käufers Anliegen ist es, mit der Zeitschrift ein Zeichen zu setzen: für die Krankheit und die Arbeit des Hauses. Außerdem ist sie als „ein Forum zum gemeinsamen Austausch“ gedacht, erklärt Strauhal. „Unsere Mitarbeiter und Bewohner sollen in Interviews oder Gastbeiträgen genauso zu Wort kommen wie Fachpersonal“, so die federführende Redakteurin. „Wir möchten jedem eine Stimme geben.“ Wichtig ist den Herausgebern der lokale Bezug. „In der Region gibt es viele Einrichtungen für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, zum Beispiel die Betreuungsgruppe Lichtblicke in Geretsried“, so Strauhal. „In Zusammenarbeit mit diesen Institutionen soll nach und nach ein umfassendes Netzwerk entstehen.“

Ab nächster Woche kostenlos erhältlich

Im ersten Heft stellt sich das Demenzzentrum zunächst vor. Die großen Themen sind diesmal circadianes Licht, ein Beleuchtungskonzept, das der inneren Uhr des Menschen nachempfunden ist, und die ethische Entscheidungskultur im Umgang mit Demenzkranken. Die erste Auflage des 16-Seiten-Hefts umfasst 300 Stück. „Wir warten die Resonanzen ab und werden je nachdem variieren“, so Käufer. Die Exemplare sind ab nächster Woche im Landratsamt, bei der Stadtverwaltung, in den örtlichen Arztpraxen und Apotheken sowie als Datei im Internet kostenlos erhältlich. Zeitschrift Nummer zwei soll im Herbst erscheinen.

Von Magdalena Höcherl

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