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Badegäste, die an der Isar Essensreste zurücklassen, locken viele Tiere an. 

Ähnliche Probleme wie in München

Müll von Badegästen: Gefundenes Fressen für Wildtiere

„Wer die Natur nutzt, soll nur seine Fußspuren hinterlassen“, appelliert Isar-Ranger Bernhard März. Viele Badegäste im Landkreis lassen laut dem Ranger Essensreste am Wasser zurück - und locken damit Tiere an. 

Bad Tölz- Wolfratshausen – Ratten sind kluge und soziale Wesen. Ihr Image ist aber weiterhin ziemlich mies. In München tummeln sich die Tiere derzeit gerne in der Nähe der Isar, weil Passanten dort achtlos Lebensmittel liegen lassen. Unser Landkreis erlebt derzeit zwar keine Rattenplage. Isar-Ranger Bernhard März mahnt trotzdem zu mehr Achtsamkeit, um die Nager gar nicht erst anzulocken. Andere Wildtiere würden sich nämlich bereits auf übrig gebliebenes Essen der Badegäste stürzen.

„Wenn die Besucher ihr Essen liegen lassen, ist es nur logisch, dass sich Tiere angelockt fühlen“, erklärt Isar-Ranger März. Weggeworfene Semmeln, Grillreste oder halbvolle Provianttüten sind ein gefundenes Fressen für Wildtiere – im wahrsten Sinne des Wortes. „Gerade im Sommer ist das ein Problem“, weiß der Ascholdinger. An Badestränden und „Partyplätzen“ am Wasser treffen sich viele Menschen, um die Sonne zu genießen. „Viele davon haben ein Picknick dabei“, hat März in den vergangenen Jahren beobachtet. „Einige nehmen ihre Sachen danach auch wieder mit“. Ein Teil der Sonnenanbeter lässt die Reste aber an der Isar liegen. Für März ist das oftmals unverständlich: „Es geht nicht nur darum, dass damit die Umwelt vermüllt wird. Ich finde bei meinem Rundgang oft viele Nahrungsmittel, die noch gut essbar wären und einfach achtlos liegen bleiben.“ Der Ascholdinger vermisst eine Wertschätzung bei den Badegästen.

Teilweise ist die Wegwerf-Mentalität frappierend. „Das geht so weit, dass an einigen Stellen Füchse an die Strände kommen, weil sie gelernt haben, dass es hier für sie fast immer etwas zu holen gibt“, sagt März. Es seien „erhebliche Mengen“ an Müll – und Lebensmitteln – die von Badegästen hinterlassen werden. Ohne die Arbeit von Isar-Rangern und das freiwillige Aufräumen einiger Passanten, die den Zustand unerträglich finden, könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft auch andere Tiere die Witterung von Brot, Wurst und anderen Leckereien aufnehmen. „Leider wird der Großteil des Mülls nicht von den Verursachern weggeräumt“, klagt der Isar-Ranger des Landkreises. 

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„Ich richte den klaren Appell an die Besucher: Wer die Natur nutzt, soll nur seine Fußspuren hinterlassen“, sagt März. Bei seinen regelmäßigen Isar-Runden würde er oft das Gespräch mit Gruppen suchen, die am Fluss Brotzeit machen. „Wenn man mit ihnen redet, verstehen die meisten, worum es geht“, sagt er. Dennoch hofft der Ascholdinger, dass das Bewusstsein für die Umwelt wieder zunimmt. „Wir haben ähnliche Probleme wie sie in München derzeit auftreten“, sagt März zu den häufigen Rattenbesuchen am Flaucher und anderen Hotspots. „Hier im Landkreis sind es nur kleinere Flächen, in denen es so zugeht.“

dst


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