Saison unter besonderen Vorzeichen: Wasserwacht und DLRG stellen sich auf herausfordernden Sommer ein
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Sprung ins Vergnügen: Der Starnberger See, auch als die Badewanne der Münchner bekannt, ist ein gesuchtes Naherholungsgebiet. Auf die Wasserretter wartet wegen Covid 19 eine besondere Saison.

“Wir müssen uns an die veränderten Umstände anpassen“

Saison unter besonderen Vorzeichen: Wasserwacht und DLRG stellen sich auf herausfordernden Sommer ein

  • Volker Ufertinger
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Desinfektionsmittel, Mundschutz und CO2-sichere Schnorchelmasken: Auch der Wasserwacht und der DLRG steht  wegen der Corona-Pandemie ein ungewohnter Sommer bevor. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Wasserwacht Wolfratshausen wird ihre Saison in zwei Wochen beginnen. „Ab Pfingstsamstag sind wir da“, erklärt Ingo Roeske, Sprecher der Kreiswasserwacht sowie der Wasserwacht Wolfratshausen, die am Erholungsgelände Ambach sowie an der Seeburg in Allmannshausen präsent ist. Der genaue Zeitpunkt war für Roeske und seine Leute eine Abwägungssache. 

Wasserwacht Wolfratshausen: Saison beginnt in zwei Wochen

„Wir mussten uns anschauen, ob die Ansteckungsgefahr mit Corona durch den Badebetrieb gerechtfertigt ist“, sagt er. Da momentan auch an den Wochenenden im Wasser noch sehr wenig los ist, konnte man verantworten, die Stationen vorläufig unbesetzt zu lassen. Zumal die Wasserwacht jederzeit alarmierbar ist. „Im Notfall sind wir in sechs bis sieben Minuten in Ambach“, erklärt er.

Die Saison 2020 wird natürlich auch für die Wasserwacht Wolfratshausen eine andere sein. „Auch wir müssen uns an die veränderten Umstände anpassen“, so Roeske. Dazu zählt, dass für den Wachbetrieb neue Regeln gelten. Die sechs Retter am Schwaiblbach sowie die vier Retter an der Seeburg müssen Abstand halten und einen Mundschutz tragen. 

„Müssen uns an veränderte Umstände anpassen“

„Das lässt sich schon organisieren“, erklärt Roeske. Eine gute Hilfe stellt eine Handreichung der Wasserwacht Bayern dar. Ob die Anzahl der Ehrenamtlichen an den jeweiligen Stationen aufrecht erhalten werden kann, ist noch nicht endgültig geklärt. „Speziell an der Seeburg brauche ich eigentlich vier Leute“, so Roeske.

Ingo Roeske von der Wasserwacht Wolfratshausen.

Die Wasserwacht hat sich auf verschiedene Szenarien vorbereitet, auch auf den Kontakt mit einem Covid-19-Patienten. Ihm muss man natürlich mit voller Montur – FFP2-Masken, Schutzkleidung – begegnen. „Das war Gegenstand einer Online-Schulung.“ Apropos Schulungen: Auch sie werden allmählich wieder im realen Betrieb stattfinden, ab 18. Mai outdoor, ab 25. Mai indoor. Eins steht für Roeske fest: Er und seine Leute werden auf keinen Fall über die Einhaltung der Kontaktbeschränkung wachen. „Wir werden nicht mit einem Zollstock unterwegs sein und schauen, ob die Leute sich auf der Liegewiese zu nahe kommen.“

DLRG ist seit Anfang Mai präsent

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Schäftlarn-Wolfratshausen hingegen ist bereits seit Anfang Mai auf ihrer Station in St. Heinrich präsent. Matthias Feichtbauer berichtet, dass inzwischen immer mehr Menschen zum Starnberger See kommen. Segler seien es zwar nach wie vor wenige, Stand-up-Paddler aber doch schon einige. „Der See hat in unserem Flachwasserbereich schon 19 Grad.“ 

Einsatz gab es am vergangenen Wochenende nur einen, als ein Kind im Grundschulalter beim Spielen mit dem Gesicht auf einen Stein fiel und sich auf die Lippe biss. Nach den Beobachtungen von Feichtbauer sind die Ausflügler im Umgang sehr rücksichtsvoll und halten den gebotenen Abstand ein. „Man merkt das an Engstellen wie der Brücke über den Karniffelbach, wo man ab und zu den Gegenverkehr passieren lassen musste.“

Matthias Feichtbauer von der DLRG Schäflarn-Wolfratshausen. 

Versuchen, Risiken zu vermeiden

Für die Wachmannschaft ist die Situation noch „ungewohnt“. Alle seien befreundet, trotzdem müsse man Abstand halten oder, wie in der beengten Station, einen Mundschutz tragen. „Insgesamt versuchen wir Risiken zu vermeiden“, erzählt Feichtbauer. Derzeit gibt es auch viele Überlegungen, wie der Übungsstand der jungen Wachmannschaft aufrecht erhalten werden kann – bei minimierter Präsenz.

Die Wasserwacht Ammerland wird ab dem kommenden Wochenende den Betrieb aufnehmen. Wie Michael Döhla berichtet, wird mit Rücksicht auf die eigene Gesundheit „das Personal zurückgefahren“. Sprich: Es werden nur so viele Retter eingesetzt, wie unbedingt nötig sind, um die Aufgaben zu bewältigen. Dies sind drei Mann an der Hauptstation und drei weitere in der Ferienzeit an der Außenstation. Die Ammerlander Retter richten sich auf einen Sommer mit viel Arbeit ein. „Viele werden Urlaub zu Hause machen, und da ist ein See natürlich attraktiv“, so Döhla.

Sichere Schnorchelmasken für Wasserwacht Ammerland

Um sich und andere zu schützen, haben die Ammerlander großen Aufwand getrieben. Neben dem Üblichen – Desinfektionsmittel und Masken – haben sie CO2-sichere Schnorchelmasken bestellt. Sie verhindern beim Anschwimmen eines Ertrinkenden, dass man von diesem von vorne angeatmet und möglicherweise angesteckt wird. „Das ist es uns auf jeden Fall wert.“

Ein großes Problem beim Baden ist jedoch, dass jeder vierte Grundschüler nicht schwimmen kann. Im Interview mit unserer Zeitung erklärt Maiko Alpers von der DLRG, wo er die Ursachen dafür sieht.

vu

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