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Die Kinder vom Lager Föhrenwald: Zurzeit ist die Fotodokumentation in den Fenstern des Badehauses zu sehen. Sie soll immer dann gezeigt werden, wenn es gerade keine Sonderausstellung gibt.

Nur keine bösen Überraschungen

Badehaus-Verein hofft auf Baubeginn 2016

Wolfratshausen – Ein wichtiger Schritt ist getan – doch zum Durchschnaufen bleibt keine Zeit. Seit kurzem ist der Verein Bürger fürs Badehaus Föhrenwald-Waldram Besitzer des Badehauses.

Schon bei der kleinen Feier anlässlich der Übereignung des historischen Gebäudes am Waldramer Kolpingplatz durch die katholische Kirche war klar: Jetzt geht es erst richtig los – damit die Ausstellungsstücke, von denen einige schon an Ort und Stelle sind, einmal an einem würdigen Platz ausgestellt werden.

Die Exponate stammen aus der Dokumentation „Wir lebten in einer Oase des Friedens“ über die jüdische Mädchenschule in Wolfratshausen. Diese Wanderausstellung war an 49 Orten in ganz Deutschland zu sehen „und soll als 50. Station im Waldramer Badehaus endgültig ihren Frieden finden“, erläutert Vorsitzende Dr. Sybille Krafft. „Sie soll immer dann zu sehen sein, wenn es keine Sonderausstellung gibt.“

Auf dem Weg zu einer Begegnungs- und Dokumentationsstätte stehen als nächstes statische Untersuchungen an, „damit wir keine bösen Überraschung erleben“. Erst dann könne man aus der bisherigen Kostenschätzung – für die Sanierung werden 1,3 Millionen Euro plus/minus 30 Prozent veranschlagt, für die Museumseinrichtung etwa 300 000 Euro – eine Kostenberechnung machen. Diese Unschärfe von bislang 30 Prozent liege dann nur noch bei plus/minus zehn Prozent, erläuterte Krafft weiter. Mit diesen Zahlen könne die Stadt dann den Zuschussantrag bei der Städtebauförderung stellen. „Wenn alles glatt läuft, können wir mit diesem Geld, mit Hilfe der Stadt, mit staatlicher Hilfe und mit Eigenleistung die Sanierung stemmen“, sagt Krafft. Für die Sanierung gebe es wiederum andere Fördertöpfe, auf die man zugreifen könne.

Der Verein Bürger fürs Badehaus Föhrenwald-Waldram ist aber nach wie vor auch auf Unterstützung angewiesen. Ganz besonders wichtig ist Krafft zufolge finanzielle Hilfe – sprich: Spenden. Gesucht werden aber auch Handwerker aus der Region sowie Menschen, die bei Organisation und Recherche mitwirken. „Je mehr Hilfe wir von Freiwilligen bekommen, desto mehr können wir die Kosten drücken“, ermuntert Krafft mögliche Interessenten.

Hilfe bekommt der Verein dabei auch von zwei Studenten. Die eine, Franziska Forster, hat als Bachelorarbeit ein Innenarchitekturkonzept für das Badehaus entworfen. Der andere, Yannick Philipcig, erstellt im Rahmen seiner Masterarbeit ein Museumskonzept. Beides, so Krafft, könne sicher nicht eins zu eins umgesetzt werden. „Aber beides ist eine gute Grundlage für unsere weitere Arbeit.“

Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit bleibt der Verein aktiv. Dass es hier noch Bedarf gibt, zeigt das Erlebnis, das Vize-Vorsitzender Wolfgang Saal erlebt hatte, als er vor kurzem um das Badehaus herum saubermachte. Zwei Schüler schauten sich das Gebäude an. „Was kommt da rein?“ fragte der eine. „Ich glaube, ein Schwimmbad“, antwortete der andere.

Auf ein mögliches Eröffnungsdatum kann und will Vereinsvorsitzende Krafft sich noch nicht festlegen. Vorausgesetzt, es gibt keine unliebsamen Überraschungen, sei ein Baubeginn 2016 denkbar. „Und wenn wir 2017 oder 2018 Eröffnung feiern könnten, wäre das toll.“

Infos im Internet: www.badehauswaldram.de

Frederik Lang

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