Ballastfrei in ein neues Leben

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Münsing &#8211; Zeit ist nicht absolut, wie Isaac Newton glaubte. Sie ist, das bewies Albert Einstein, relativ. Sebastian Schöfmann kreuzt beide Ansichten zu einer eigenen Theorie: 16 Jahre seien eine &#8222;relativ lange Zeit&#8220;, sagt der 63-Jährige, der heute Abend, in der Hauptversammlung aus seinem Amt als Vorsitzender des SV Münsing-Ammerland scheidet. Und deswegen sei es &#8222;absolut&#8220; an der Zeit, den &#8222;ganzen Ballast loszuwerden&#8220;. <P>Über 20 Jahre arbeitete Schöfmann in der Vereinsführung, 16 davon an der Spitze. &#8222;Immer angehängt&#8220; fühlte er sich dadurch, &#8222;denn wenn ich was mach&#8217;, dann g&#8217;scheit&#8220;. Doch in den vergangenen beiden Jahren habe er immer öfter den Wunsch nach Entlastung verspürt. Der Münsinger ist in seiner eigenen Firma immer noch stark engagiert, &#8222;und als Selbstständiger wird es in der heutigen Zeit nicht einfacher&#8220;. Außerdem: &#8222;Wenn man älter wird, verträgt man einiges nicht mehr.&#8220; <P>Geärgert hat sich Schöfmann zum Beispiel über den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der war mit seinem regionalen Talente-Stützpunkt ein paar Jahre zu Gast auf der neuen Münsinger Sportanlage. Schöfmann selbst hatte die Zusammenarbeit angeleiert, &#8222;für unser Image war das schon super&#8220;. Seine Begeisterung schwand freilich nach und nach, weil der reiche DFB weiterhin nur 1000 Euro pro Jahr überweisen wollte. Das habe nicht einmal die Kosten des Vereins gedeckt, sagt der scheidende Klubchef. Schöfmann kündigte den Vertrag und steckte dafür Schelte ein. &#8222;Ja, da sind einige in den Rücken gefallen&#8220;, grummelt er, vergisst aber &#8211; ganz das Schlitzohr &#8211; eines nicht zu erwähnen: Ohne den Stützpunkt hätte sein SV Münsing die zweite Flutlichtanlage (für den Nebenplatz) &#8222;nie gekriegt&#8220;. Die neue Sportanlage nennt Sebastian Schöfmann überhaupt den &#8222;Höhepunkt und größte Errungenschaft&#8220; seiner Ägide. &#8222;Zeig&#8217; mir mal einen Hammelklassen-Verein hier in der Nähe&#8220;, feixt er, &#8222;der so ein fantastisches Gelände hat&#8220;. <P>Den Klub und seine Infrastruktur weiß der 63-Jährige auch künftig in guten Händen. Einen &#8222;sehr guten&#8220; Kandidaten für seine Nachfolge gibt es und auch welche für die Ämter, die heute ebenfalls frei werden. &#8222;Das Gremium, das sich da bildet, ist absolut super.&#8220; Kann er sich also beruhigt seinem &#8222;neuen Lebensabschnitt&#8220; widmen. Häufiger wandern will er, &#8222;öfter naus in die Natur&#8220; &#8211; und endlich mal ein Match seiner Münsinger Kicker anschauen, &#8222;ohne für alles verantwortlich zu sein&#8220;. Klingt verlockend &#8211; nicht relativ, sondern absolut. K peb <P>

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