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Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach dem Geretsrieder Bankräuber.

Polizei setzt Belohnung aus

Fieberhafte Fahndung nach flüchtigem Bankräuber

Geretsried - Der Bankräuber, der die Sparkasse an der Egerlandstraße überfallen hat, ist weiter auf der Flucht. Die Bank hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Es ist Freitag, der Tag nach dem Überfall auf die Sparkasse im Zentrum von Geretsried. Gerhard Herrmann, Abteilungsleiter Marketing bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, atmet erst einmal durch. „Es ist natürlich nie angenehm, wenn so etwas passiert“, sagt er. „Aber wenn es doch passiert, dann ist man froh, wenn niemand zu Schaden kommt.“ Sein Fazit: „Es ist relativ harmlos ausgegangen. Es hätte viel schlimmer kommen können.“ Zumal es mit der Filiale an der Egerlandstraße eine große Geschäftsstelle getroffen hat, in der viele Menschen ein- und ausgehen.

Was nach bisherigen Erkenntnissen geschehen ist, hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim am Freitag in einer Pressemeldung zusammengefasst. Demnach hat ein maskierter Täter die Filiale gegen 17.15 Uhr betreten – die Geschäftsstelle hat am Donnerstag bis 18 Uhr geöffnet. Der Unbekannte bedrohte eine Angestellte mit einer Pistole und forderte die Herausgabe von Bargeld. Nachdem die Geldscheine dem Täter in einem Beutel übergeben worden waren, rannte er davon, und zwar durch eine Häuserdurchfahrt in Richtung Amselweg. Offenbar ging alles sehr schnell. „Einige haben es gar nicht mitbekommen, was da vor sich geht“, sagt Herrmann. Dass sich nicht jeder über die Vermummung des Täters gewundert hat, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass es kurz zuvor zu regnen angefangen hat. „Da hatten viele eine Mütze übergezogen, um nicht nass zu werden.“

Der Marketingleiter ist voll des Lobes sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kunden, die Zeugen des Raubes wurden. „Alle haben sehr besonnen reagiert, das ist das Wichtigste“, sagte er. Die Sparkassen-Angestellten werden ein- bis zweimal pro Jahr für derartige Extremsituationen geschult. Dabei werden ihnen die so genannten Unfallverhütungsvorschriften (UVV) vermittelt, die im Kern besagen, dass man dem Täter seinen Wunsch erfüllen und ihn ja nicht reizen. „Denn was dann geschieht, weiß niemand“, sagt Herrmann. Gegen den finanziellen Schaden ist die Bank versichert.

Wie es scheint haben die Mitarbeiter das Geschehen verkraftet. „Es geht ihnen relativ gut“, sagt Herrmann. Jedenfalls wurde die Filiale am Freitag für den Parteiverkehr wieder geöffnet. Auch die Angestellte, die der Täter unmittelbar mit der Pistole bedroht hatte, hat noch am Donnerstag erklärt, am Freitag ganz normal wieder arbeiten zu wollen. Am Tatort hatte sich der Notarzt um sie gekümmert.

Was die Geldbeträge angeht, die man bei Banküberfällen erbeuten kann, haben sich die Zeiten geändert. „Früher wurden die Löhne am Monatsende überwiesen, und die Leute sind gekommen, um bar abzuheben“, sagt Herrmann. Das heißt: Damals war am Monatsende für gewöhnlich viel Geld auf der Bank vorhanden. Doch das gehört der Vergangenheit an. Das Geld wird teilweise auch Mitte des Monats überwiesen. Außerdem heben die meisten Kunden ihr Geld am EC-Automaten ab. „Und die Bank selbst hat nur das Notwendigste vorrätig.“ Insofern kann Herrmann die Motive von Bankräubern nur schwer nachvollziehen: Die Beute ist gering, das Risiko groß. „Aber man weiß ja nicht, was in diesen Köpfen vor sich geht.“

Den Täter beschreibt die Polizei wie folgt: Er ist etwa 35 Jahre alt und 180 Zentimeter groß. Er trug eine weiße oder milchig-graue Maske, einen blauen Strickpullover mit Reißverschluss am Kragen, eine dunkle Hose, eine schwarze Kapuze sowie schwarze Wollhandschuhe. Die ermittelnde Kripo Weilheim bittet um Hinweise auf Auffälligkeiten im Umfeld der Sparkasse zwischen 17 und 17.30 Uhr, sowohl was Personen als auch was Fahrzeuge angeht. Die Telefonnummer der Kripo lautet 0 8 81/64 00. Die Sparkasse hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Von Volker Ufertinger

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