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Es war einmal: Mehr als 60 Jahre standen die drei Wasserträgerinnen am Karl-Lederer-Platz.

Nach dem "barbarischen Akt" am Karl-Lederer-Platz

Was soll aus den Brunnenfiguren werden?

Geretsried - Ratlosigkeit herrscht nach der Zerstörung der Brunnenfigur am Karl-Lederer-Platz. Wer hat das getan und wie soll es mit dem Ensemble weitergehen?

Bürgermeister Michael Müller ist noch immer fassungslos. Als „barbarischen Akt“ bezeichnete er am Dienstagabend im Stadtrat die Zerstörung einer der drei Brunnenfiguren am Karl-Lederer-Platz. Seit mehr als 50 Jahren sind die drei „Grazien“ (Müller) ein Wahrzeichen von Geretsried. Ob das Kunstwerk jemals wieder aufgestellt werden kann, ist fraglich.

Die Figur zerbrach durch den Sturz in acht Teile.

Wie berichtet hatten Unbekannte in der Nacht auf Freitag eine der drei Wasserträgerinnen des Künstlers Prof. Wilhelm Srb-Schlossbauer samt der Wintereinhausung umgeworfen. Dadurch zerbrach die Figur laut Müller in acht Teile. Ein Steinmetz hat die traurigen Überrreste am Freitag abtransportiert. Wie es nun weitergeht, will der Bürgermeister mit dem Kulturausschuss besprechen.

Nach seinen Worten gibt es vier Optionen. Eventuell könne man die Figur wieder zusammenzuflicken, was grob geschätzt 5000 Euro kosten würde. Damit sei aber noch nicht gesagt, dass sie auch wieder aufgestellt werden kann. „Aus statischen Gründen ist das sehr schwierig.“ Alternativ könnte man die Wasserträgerin komplett nachbauen. Kostenpunkt: „40 000 Euro plus.“ Eine dritte Option wäre, nur den Sockel stehen zu lassen, erklärte der Bürgermeister, sozusagen als Mahnung. „Oder man stellt am Brunnen gleich ein neues Kunstwerk auf und verwendet die zwei verbliebenen Figuren anderweitig.“

In diesem Zusammenhang verlas Müller auch das Schreiben von Kulturpreisträger Albrecht Widmann, das unsere Zeitung abgedruckt hat. Der ehemalige Betreiber des Kunstbunkers am Isardamm äußert sich darin ebenfalls „entsetzt“ über die Tat. Da durch die Zerstörung auch „der Sinn der Korrespondenz zwischen den drei Figuren verloren gegangen“ sei, regt Widmann an, „die zwei überlebenden Grazien in Zukunft einzeln und unabhängig voneinander aufzustellen“.

Wer die Brunnenfigur zerstört hat, ist noch unklar. „Wir sind am Ermitteln“, erklärt der Chef der Geretsrieder Polizei, Walter Siegmund. Mehr will er aus taktischen Gründen nicht sagen – auch nicht, was die Überprüfung der Überwachungsvideos des Restaurants Subway ergeben hat. Dass eine Sturmböe die Figur umgeworfen hat, schließt der Inspektionsleiter aus seiner langjährigen Erfahrung jedenfalls aus. Für weitere Hinweise unter Telefon 0 81 71/9 35 10 wäre die Polizei dankbar.

Sabine Schörner

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