Luftschloss oder ernsthafte Vision? Diese Fotomontage zeigt, wie ein Bauernmarkt auf dem Marienplatz ausschauen könnte. fotoMontage: sabine hermsdorf

Bauernmarkt auf dem Marienplatz ?

Wolfratshausen - Einen Markt nur für regionale Anbieter auf dem Marienplatz - diese Vision hat Bürgervereinigungs-Stadtrat und Werbekreisbeirat Peter Ley.

Obst und Gemüse aus Münsing, Kartoffeln aus Dietramszell, Wurst aus Egling, und das alles im Herzen von Wolfratshausen - so in etwa stellt sich Peter Ley das vor. Der Markt müsse nicht groß sein, betont er, und auch keine Konkurrenz zum Grünen Markt, der immer freitags am Parkplatz vor der Loisachhalle aufgebaut ist. Dort verkaufen 14 Anbieter ihre Waren. Sie kommen aus Miesbach, Puchheim oder Fürstenfeldbruck. Vier von ihnen haben ihren Sitz in der direkten Umgebung, nämlich in Geretsried.

Dieses Angebot aus der Region würde Ley gerne ausbauen. Er sieht in einem Bauernmarkt in der Stadtmitte mehrere Vorteile. „Menschen, die bewusst regionale Produkte einkaufen wollen, hätten alles, was sie brauchen, auf einem Fleck.“ Auch die Geschäfte in der Innenstadt könnten profitieren - wer auf den Markt geht, schaut irgendwann auch einmal in den umliegenden Geschäften vorbei. „Ich denke schon, dass es da Synergieeffekte geben würde“, sagt Ley.

In diesem Zusammenhang verweist er auch auf die Debatte um aussterbende Stadt- und Ortskerne, in der sich der Musiker Hans Well von der Biermösl Blosn engagiert. „Es heißt immer, alles verlagert sich auf die grüne Wiese. Mit solch einem Markt könnten wir die Innenstadt neu beleben.“ Leys Liebligstermin wäre der Samstagvormittag, auch größere zeitliche Abstände seien denkbar. „Das muss nicht jede Woche stattfinden.“ Was seine Kollegen im Stadtrat von der Idee halten, hat Ley noch nicht ausgelotet, wohl aber die Stimmung bei den Landwirten. „Ich habe einige gefragt, und die waren nicht abgeneigt.“

In der Tat finden viele Landwirte, die bereits einen Hofverkauf haben, die Idee grundsätzlich gut. Vielen fehlen aber Zeit, Ausrüstung oder Personal für einen Marktstand. Rosmarie Seidl vom Thoma-Hof in Königsdorf etwa ist mit ihrem Laden so stark ausgelastet, dass sie für ein zusätzliches Angebot gar keine Zeit mehr hätte. Ähnlich schaut es bei Kathrin Urban vom Packlhof in Eurasburg und Christian Kohn vom Loth-Hof in Münsing aus. Bei Helene Häsch vom Bertenbauernhof in Dietramszell spielt noch ein anderer Aspekt eine Rolle. Man könne nicht irgendeinen Verkäufer an den Stand stellen, sondern bräuchte jemand, der sich mit den Produkten sowie deren Herkunft gut auskennt - und das sei eben schwierig. „Wenn ich so etwas mache, dann mit Leib und Seele“, sagt sie. „Aber ich kann mich nicht zerreißen.“ Für Johannes Gerr aus Manhartshofen dagegen käme ein Stand auf einem regionalen Bauernmarkt grundsätzlich in Frage. Voraussetzung: „Er kollidiert nicht mit anderen Märkten, auf denen ich verkaufe.“

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