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Ideentausch: Karin Schlich (li.) vom Partnerschaftsverein Geretsried-Chamalières und Christophe Pereira, Direktor der „Ecole de musique“. 

Bayerisch-französische Konzerte

Musikschulen der Partnerstädte: Mehr Zusammenarbeit

Christophe Pereira war schon oft im Rahmen des offiziellen Austausches der Partnerstädte zu Gast in Geretsried. Dieses Mal kam der Direktor der „Ecole de musique“ aus Chamalières in Frankreich privat und mit vielen Ideen und Plänen. Er möchte die Zusammenarbeit der örtlichen Musikschulen intensivieren.

Geretsried – Bisher fanden bei den jährlich wechselnden Besuchen beider Städte jeweils nur Gastkonzerte statt. Pereira denkt nun an gemeinsame Konzertaufführungen, einmal in Chamalières, einmal in Geretsried. Wie das konkret aussehen und umgesetzt werden könnte, darüber sprach er unter anderem mit den Verantwortlichen der Geretsrieder Musikschule. Pereiras Besuch in Geretsried, von Dienstag bis Freitag dieser Woche, war bis zum Anschlag gespickt mit Terminen. Es standen ein Besuch beim Metallblasinstrumentenbauer Meinl auf dem Programm und Gespräche mit den Verantwortlichen des Konzertvereins Isartal sowie dem Jazzorchester-Chef Horia-Dinu Nicolaescu.

Noch nichts Konkretes, aber viele Pläne

Konkret wurde auf die Schnelle Umsetzbares aber noch nicht beschlossen. Denn zuerst einmal steht heuer an Pfingsten der Besuch in Chamalières bevor. 19 junge Musikschüler samt Lehrer aus Geretsried werden nach Chamalières reisen und bei Gastfamilien beherbergt. Geplant sind gemeinsame Proben mit der Geretsrieder Musikschul-Jazzband, mit der so genannten Impro II-Band, einigen jungen Solisten und dem Stadtorchester „Orchestre d‘ harmonie de Chamalières“. Es steht ein Barock-Kirchenkonzert auf dem Programm, ein bayerisch-französisches Volksmusikprogramm sowie ein Caféhaus-Konzert.

Pereira: „Den Geist für eine gemeinsame globale Welt öffnen“

Pereiras Antrieb für die engere Zusammenarbeit ist der kulturelle und soziale Austausch, der nach seiner Meinung „den Geist öffnet, für eine gemeinsame globale Welt“. Die Musik fördere Toleranz, Akzeptanz und das richtige Gemeinschaftsgefühl. Durch diese musikalische Zusammenarbeit könnten sowohl junge Franzosen wie auch junge Geretsrieder die Geschichte, die Kultur, das soziale Leben des jeweiligen anderen kennenlernen. „Das ist eine Bereicherung für beide Seiten“, sagt Pereira. Er selbst ist Musiker – er spielt Trompete – und leitet seit 22 Jahren die Musikschule in Chamalières, zu der auch eine Abteilung „Tanz“ sowie das „Atelier Gravure“, eine Künstlerwerkstatt für Druckgrafiken, gehört. Dort lernen derzeit rund 600 Schüler.

Lernen in geschützten Räumen

Zudem gibt es an seiner Schule ein Bildungsprojekt, das Musiktheorie und -praxis vereint: vom Notenlesenlernen bis zur Komposition. Pereira lädt die Geretsrieder Musikschüler ein, daran teilzunehmen. Die Musikschulen seien geschützte Räume, sagt der Direktor, wie „kulturelle Heiligtümer im Sinne von Freiheit, Kreativität und Unabhängigkeit und die Musikinstrumente das Werkzeug dazu“. 

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