Thema S7-Verlängerung

Bayerns Ministerpräsident trifft Boss der Bahn

Wolfratshausen/Geretsried – Es ist eine Elefantenrunde, die am kommenden Montag im Ministerratssaal der Staatskanzlei zusammenkommt: Horst Seehofer, Joachim Herrmann und Dr. Rüdiger Grube treffen sich zum Bahn-Gipfe.

Dort treffen sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Staatsminister Joachim Herrmann mit dem Bahnvorsitzenden Dr. Rüdiger Grube und dem Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Dr. Johann Niggl, zum Bahn-Gipfel.

Dass sie auch das weitere Vorgehen in Sachen S7-Verlängerung nach Geretsried besprechen, ist unwahrscheinlich. Begründung: Die Untersuchungen zur möglichen Tieferlegung der Gleise an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen, die nach dem ersten Runden Tisch im Januar in Auftrag gegeben wurden, laufen noch.

Alle Teilnehmer des ersten Treffens hatten eine Tieferlegung der Gleise als zielführend erachtet. Herrmann, Landrat Josef Niedermaier sowie die damaligen Bürgermeister Helmut Forster (Wolfratshausen) und Cornelia Irmer (Geretsried) vereinbarten zudem, dass Freistaat, Landkreis und die beiden Städte dieses Projekt gemeinsam finanzieren, sollte es tatsächlich verwirklicht werden.

Seit der Regierungsbildung im Herbst ist das Innenministerium für die geplante Gleisverlängerung zuständig. Wie eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung sagte, wurden Deutsche Bahn und externe Fachplaner damit beauftragt, alternative Vorschläge für den umstrittenen Bahnübergang an der Sauerlacher Straße zu bewerten. Nur so könnten Machbarkeit und Kosten beurteilt werden. „Diese Untersuchungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, so die Ministeriumssprecherin. Ergo könne sie noch keinen Termin für den zweiten Runden Tisch nennen. Eingeladen werden sollen „mindestens die gleichen Teilnehmer“. Minister Herrmann und seine Beamten hatten ein weiteres Treffen ursprünglich für die Zeit nach der Kommunalwahl im März angekündigt.

Geprüft werden derzeit auch die Ideen von Hans Gärtner. Der Wolfratshauser hatte einen Entwurf vorgelegt, der statt des beschrankten Bahnübergangs einen Gleistrog unter der Sauerlacher Straße vorsieht. Ein solcher wurde in Wolfratshausen stets gefordert, von den Planern aber als zu teuer abgelehnt. Gärtner: „Ich weiß im Moment nur, dass die Bahn die betrieblichen Anforderungen abgefragt hat und davon ausgehend meinen Vorschlag überprüft.“

Wer im Fall des Falles welchen Anteil finanzieren müsste, ist noch unklar. Ebenfalls steht in den Sternen, wie eine neue Variante in das laufende Planfeststellungsverfahren zur S 7-Verlängerung einfließen könnte. Vertreter von Innenministerium, Bahn und Eisenbahnbundesamt haben diese Frage bereits diskutiert, aber keine Einigung erzielt. Möglich ist eine neuerliche Bürgerbeteiligung. Denkbar wäre aber auch, dass der Tunnel im Nachhinein als getrenntes Vorhaben deklariert wird, um die gesetzliche Finanzierungshürde nicht zu reißen. In diesem Fall würde das Verfahren mit dem Bahnübergang und der günstigeren Kosten-Nutzen-Rechnung zu Ende gebracht.

Von Frederik Lang

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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