Vorbildlich: Eine Geretsrieder Bürgerin entsorgt ihre Wertstoffe in die dafür vorgesehenen Behälter auf dem so genannten Höglparkplatz. Doch nicht jeder handelt so – wie der achtlos weggeworfene Müll beweist. Foto: sh

„Bei der Entsorgung siegt die Faulheit“

Geretsried - Sperrmüll, aufgerissene Tüten und Restmüll: An den Wertstoffinseln in Geretsried sieht es meist wüst aus. Die Betreiber sind ohnmächtig - und appellieren an die Bevölkerung.

Leichter Modergeruch liegt an der Wertstoffinsel auf dem so genannten Höglparkplatz in der Luft. Alte Plastikfolien und schmutzige Joghurtbecher liegen im Gebüsch. Neben den Werstoffbehältern, die zu gut einem Viertel gefüllt sind, steht eine alte Friteuse.

Dass es rund um die Wertstoff-Sammelstellen wüst aussieht, weiß Ursula Mackensen, Abfallwirtschaftsberaterin der WGV Recycling aus Quarzbichl. Jahrelang war das Unternehmen für die Leerung der zehn Stationen im Stadtgebiet verantwortlich. „Besonders schlimm schaut es dort aus, wo die Leute anonym sind“, sagt die Expertin. Aus diesem Grund wurde kürzlich die Insel auf der Böhmwiese abmontiert. Die Wertstoffbehälter in der Nähe des Verkehrsübungsplatzes am Robert-Schumann-Weg wurden mitten auf die Straße, auf den Grünstreifen einer Busbucht, versetzt. „Das schreckt vielleicht ab“, hofft Mackensen.

Seit Januar ist die WGV Quarzbichl nur noch für die Entsorgung von Sperrmüll zuständig, der rund um die Stationen illegal abgestellt wird. „Das geht auf Kosten aller Bürger“, sagt die Beraterin. „Die Müllgebühren im Landkreis könnten stärker sinken, wenn jeder vernünftig trennt.“ Den Zuschlag für die Abholung der Wertstoffe hat die Veolia Umweltservice GmbH aus Murnau bei einer Ausschreibung erhalten. Das deutschlandweit tätige Unternehmen kümmert sich bis mindestens Ende 2014 um die Inseln. Laut deren Pressestelle werden die Körbe sechsmal pro Woche geleert. „Es kommt leider immer wieder vor, dass Müll neben die Behälter gelegt wird. Handelt es sich um Wertstoffe, nehmen wir sie mit“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. Aufgerissene Tüten würden dennoch schneller für Verunreinigungen sorgen, als dass sie abgeholt werden können.

Besserung kann es laut WGV-Beraterin Mackensen nur geben, wenn alle Bürger aktiv mithelfen. „Oft denkt man nicht darüber nach, wenn man seinen Beutel hinstellt“, sagt sie. „Die Leute trennen zwar fleißig, aber bei der Entsorgung siegt dann die Faulheit.“ Das gelte aber nicht nur für Geretsried. Auch in anderen Städten gehe es „genauso wild“ zu.

Falls Müllsünder erwischt werden, drohen harte Strafen: Das Landratsamt ahndet das Vergehen der „unzulässigen Müllablagerung“ mit hohen Bußgeldern, erklärt Franz Steger, Sachgebietsleiter Umwelt der Behörde. Wer einen Müllsack mit einem Volumen von zwei Litern abstellt, muss mit Strafen zwischen 80 und 320 Euro rechnen. Eine achtlos weggeworfene Zigarettenschachtel kostet 20 Euro. Hinweise auf Täter nehmen das Landratsamt und die WGV Quarzbichl entgegen. „Es geht schließlich um viel Geld - und unsere Natur“, appelliert Mackensen. (dor)

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