Beim „Mondblau“ geht die Sonne auf

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Geretsried &#8211; Fernab von Kommerz, überteuerten Getränkepreisen und sanitären Anlagen versteckt in einem Geretsrieder Waldstück, umgeben von Pfadfinderheim und B 11, tummeln sich Samstagnacht unzählige Menschen vor einer kleinen Bühne. Die Protagonisten auf den Brettern sind kaum zu erkennen, Nebel umspielt ihre Silhouetten, blaues Scheinwerferlicht bestrahlt die Akteure. Die Person in der Mitte bäumt sich auf, jagt einen letzten Schrei durch die Boxen, die Gitarren verklingen, der Bass verstummt, die Menge kreischt. &#8222;Dryrot&#8220; aus Erlangen hat soeben das &#8222;Mondblau&#8220;-Festival 2006 beendet. <P>Freitagnachmittag, 15 Uhr. Die Sonne scheint, die ersten Jugendlichen betreten das Festival-Gelände am Pfadiheim. Die Punkrocker &#8222;Go Ahead&#8220; aus dem Tegernseer Tal eröffnen die Bühne. Die Besucher sitzen unter dem Red-Bull-Zelt, stehen an der Bar oder am Grillstand. Es sind langhaarige Metal-Fans, coole kappentragende Hip Hopper und sommerlich gekleidete junge Damen mit dem Button ihrer Lieblingsmusiker am modischen Schweißband. <P>Um 18 Uhr betreten die fünf Jungs von &#8222;Foco Estera&#8220; die Bühne. &#8222;Hallo, Hallo, Hallo&#8220;, schallt es aus den Boxen, als die sympathischen Geretsrieder ihr Konzert einleiten. Deutsche Texte, Synthesizer-Klänge und Instrumentals, die einem das Herz höher schlagen lassen &#8211; das Konzept geht auf, &#8222;Tocotronic&#8220; aufgepasst. <P>Der Headliner am Freitag, &#8222;Dicke Lippen&#8220;, geht im Regen unter. Sie verschieben ihren Auftritt auf Samstag. Und während die Organisatoren bemüht sind, die kostbare Technik ins Trockene zu manövrieren, versammeln sich Bands und Besucher an der Bar oder verkriechen sich in ihre Zelte. <P>Klamottenwechsel, Katerfrühstück, Soundcheck: Mit &#8222;Copete&#8220; geht am Nachmittag die Sonne auf. Ska, Funk, Reggae: Gefühlte 25 Minuten bleiben den Musikern, bevor ihnen die Mikros abgedreht werden. Mehr lässt der enge Zeitplan nicht zu. Schade. <P>Wenn ein feixend grinsender Clown &#8222;Ich will dich sterben sehen&#8220; gröhlt und eine menschliche Bowlingkugel das Schlagzeug bedient, dann spielt entweder das örtliche Irrenhaus Tag der offenen Tür oder &#8222;Insane&#8220; gastiert beim &#8222;Mondblau&#8220;. Was für ein Auftritt. Industrial-Country-Metal vom Feinsten. Da lacht sogar das grimmige Mädchen im schwarzen Mantel. <P>23 Bands spielten am Wochenende auf dem kleinen Festival in Geretsried. Viele aus dem Landkreis, alle engagiert, einige hervorragend. &#8222;Mondblau&#8220;: Eine gute Idee entwickelt sich zum Dauerbrenner, fast alles verlief nach Plan. Einziger Wermutstropfen: Die knapp bemessenen Spielzeiten ärgerten nicht nur die Musiker. K Matthias Becker <P>

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