Land unter in Recife: Die Wassermassen haben die Anreise zum USA-Spiel extrem erschwert. Hier der Blick aus dem Autofenster. Foto: miggisch
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Land unter in Recife: Die Wassermassen haben die Anreise zum USA-Spiel extrem erschwert. Hier der Blick aus dem Autofenster.

Wie wir beinahe das USA-Spiel verpasst hätten

Münsing/Fortaleza - Adi Miggisch und Helmut Fuchs,Schlachtenbummler aus Münsing, berichten exklusiv für den Isar-Loisachboten/ Geretsrieder Merkur von der Fußball-WM in Brasilien.

Nachdem wir das wunderschöne Fortaleza verlassen haben, sind wir in Recife gelandet und haben auf dem Flughafen das Ausscheiden Italiens miterlebt. Somit ist ein weiterer Brocken aus dem Weg geräumt, die Azzurri müssen nach Hause fahren. Schönen Gruß an Pino daheim (Wirt des Restaurants Pinocchio am Münsinger Sportplatz, Anm. d. Redaktion)! Mit einem Leihauto sind wir dann etwa 60 Kilometer außerhalb zum Fanclub des DFB-Teams nach Itamacara gefahren und haben uns in der Nähe einquartiert.

Am Tag des Spiels gegen die USA schlossen wir uns auf der Fahrt nach Recife um 9 Uhr mit unserem Auto dem Fanclub-Konvoi mit drei Polizeifahrzeugen als Eskorte angeschlossen. Freie Fahrt für freie Bürger - alle machten Platz. 17 Kilometer vor dem Stadion gerieten wir in einen Megastau, wurden von einem Lkw auf die falsche Spur abgedrängt und konnten nicht mehr folgen. Über Stock und Stein versuchten wir zurückzufinden in Richtung Arena, doch ohne Stadtplan war das unmöglich. Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff hatten wir uns total verfranst, waren wir wieder 20 Kilometer entfernt. Toll: 10 000 Kilometer gereist, teure Karten gekauft - alles umsonst. Zudem stand Recife nach drei Tagen Dauerregens quasi unter Wasser. Helli und ich sahen das Match buchstäblich davonschwimmen. Eigentlich hätten wir wenden müssen, aber meterhohe Wassermassen verhinderten das. Wir hatten Angst, dass unser Auto absäuft.

Doch Fortuna war auf unserer Seite. Auf der Gegenfahrbahn sahen wir einen Bus mit der Aufschrift Arena. Jetzt drängelte ich und schaffte es, mich hinter den Bus zu zwängen. Ich ließ kein anderes Auto mehr dazwischen und folgte auf der Busspur. Es waren immer noch 15 Kilometer, aber es ging vorwärts. Ich blieb ganz nah im Windschatten, und kein Ordner sah uns. So fuhren wir dem Bus auf der gesperrten Strecke bis 400 Meter vor der Arena nach, bogen dann scharf in die Pampas ab, versteckten das Auto hinter einem Busch, klatschten uns ab und gingen eine Stunde vor dem Anpfiff bei strömendem Regen zum Stadion.

Wir haben voll im Security-Bereich geparkt, in dem sich kein normales Fahrzeug aufhalten darf. War uns aber wurscht, ob das Auto nach dem Spiel noch da war, oder ob sie uns einsperren. Hauptsache, wir konnten die Partie sehen. Im Stadion lernten wir neue Bekannte aus Schierling bei Regensburg kennen, die uns eine bayerische Flagge schenkten und uns zum Finale in Münsing besuchen werden. Nach dem 1:0-Sieg waren wir dann doch froh, dass unser Auto noch da war. Spiel gesehen, den besten Parkplatz in Stadionnähe gefunden und keine Festnahme - so hatte der regenreiche Donnerstag ein Happy-End.

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