Hochbetrieb herrscht derzeit an der Anschlussstelle Seeshaupt. Ein genervter Bürger will jetzt wissen, warum das ausgerechnet in der Sommerzeit sein muss. Foto: hermsdorf

Beschwerde gegen den Stau

Bad Tölz-Wolfratshausen - Viele ärgern sich über den Stau, den die Baustelle in St. Heinrich verursacht. Jetzt hat sich ein Bürger an die Oberste Baubehörde gewandt - zusammen mit weiteren 55 Unterschriften.

Seit Mitte Juli ist das sonst so beschauliche St. Heinrich die Baustellenzentrale des Oberlands: Die Staatsstraße 2064 zwischen dem Münsinger Ortsteil und der Autobahn-Anschlussstelle Seeshaupt wird auf einer Länge von zwei Kilometern saniert. Von kommenden Montag bis zum 9. September werden zudem die Autobahnzu- und abfahrten dicht gemacht. Die Folgen: Umleitungen, satte Staus und Umsatzeinbrüche in den St. Heinricher Fremdenverkehrs-Betrieben.

Bernd Metzger reicht es jetzt. Der pensionierte Wirtschaftsingenieur hat die Oberste Baubehörde im bayerischen Innenministerium schriftlich zu einer Stellungnahme aufgefordert. Für ihn ist die Terminierung der Arbeiten in der Ferien- und Badesaison am Starnberger See „absolut unverständlich“ und „unzumutbar für Pendler, Erholungssuchende und Touristen“. Dies gelte speziell für die Gemeinden am Ostufer, „die bei schönem Wetter unter den gigantischen Staus und gravierenden Beeinträchtigungen zu leiden haben, aber auch für die Gastronomie“. Garniert hat Metzger die Post an die Baubehörde mit einer Liste von 55 Unterschriften.

Anruf bei Bernd Metzger. Erste Vermutung: Vielleicht wieder einer dieser in Mode gekommenen Wutbürger. Der Verdacht zerstäubt schnell. Der 64-Jährige erzählt gelassen, dass er als Murnauer, der sein Segelboot am Starnberger See liegen habe, selbst gar nicht mal zu den direkt Betroffenen gehöre. „Ich komme von Habach und Antdorf aus relativ zügig durch.“ Was er an den zwei, drei Tagen in der Woche, die er auf seinem Boot verbringt, jedoch mitgekriegt hat, sind die Diskussionen und Erzählungen im Kreise der Seglerfreunde und Badegäste. „Es herrscht Chaos, und die Beeinträchtigungen für Anlieger wie Gäste im Erholungsgebiet Buchscharn sind massivst.“ Die 55 Unterschriften hatte Metzger übrigens rasch beisammen. Seine Seglerfreunde zückten ohne zu Zögern den Stift. „Hätte ich ernsthaft gesammelt, wären wohl einige hundert zusammengekommen“, ist sich der 64-Jährige sicher. (peb)

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