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Menschenkette durch den Hecken-Irrgarten: Die Helfer und Sponsoren trafen sich zur Einweihung des begehbaren ökologischen Fußabdrucks in der Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland.

Herumirren für die Umwelt

Besonderes Labyrinth in Jugendsiedlung eröffnet

Königsdorf – Das Umweltbewusstsein im Irrgarten schärfen: Ein Projektseminar des Hohenburger Gymnasiums macht’s möglich. Der begehbare ökologische Fußabdruck ist kürzlich in der Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland eingeweiht worden.

Kluge Umwelt-fragen ausdenken, mit Baufirmen und dem Landratsamt telefonieren, Sponsoren gewinnen, Hecken pflanzen, die Eröffnungsfeier organisieren: All das, was ihr Projektseminar im Klassenzimmer und darüber hinaus umgesetzt hatte, packten die sechs Hohenburger Gymnasiastinnen in einen Sketch. Zwei Jahre in zehn Minuten. Wieder hatten die Schülerinnen ihre Kreativität bewiesen. Jene Elftklässlerinnen der Mädchenrealschule in Hohenburg, die zusammen mit ihrer Lehrerin Tamara Höcherl den ersten begehbaren ökologischen Fußabdruck Deutschlands in Königsdorf geschaffen haben.

Rund 80 Gäste hatten sie zum Richtfest eingeladen. Natürlich in die Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland, wo der 40 Meter lange und zwischen zehn und 18 Meter breite Hecken-Irrgarten fertiggestellt wurde. Höcherl nahm sich eine knappe Schulstunde, um allen Helfern und Sponsoren zu danken. „Schön, dass so viele Leute im Landkreis an einem Strang ziehen.“ Martin Hartmann reiste aus der Steiermark an. 2003 hatte er seine Idee eines begehbaren Fußabdrucks im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark umgesetzt. Seine Intention damals: „Nicht mahnend den Zeigefinger heben, sondern auf spannende und auch humorvolle Weise zum Nachdenken anregen.“ Ein Konzept, das die Hohenburger Lehrerin Höcherl, die kein Auto hat und Flugreisen vermeidet, sofort infizierte und inspirierte.

Nun, einige Jahre später, zieren auch den Irrgarten in Königsdorf Frage- und Antwort-Tafeln, die jugendgerecht erklären, wie man richtig heizt, umweltschonend reist, Wasser und Strom sparen kann. Wer sich zum Beispiel gegen das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel und für das Taxi Mama entscheidet, landet in der Sackgasse. Wer das Fenster lieber stundenlang kippt als fünf Minuten stoßzulüften, auch. Beim ökologischen Fußabdruck handelt es sich um ein wissenschaftliches Konzept, das Lebensstile weltweit anhand des Kohlenstoffdioxid-Pro-Kopf-Verbrauchs vergleicht. „Wir Österreicher bräuchten für unsere Ansprüche drei Planeten“, erklärte Hartmann. Genau wie Deutschland. Zwangsläufig liegen Länder wie Peru weit unter dem Durchschnitt.

Bewunderung für die Schülerinnen zeigte der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl, der für den Trägerverein „Vereinigung der Freunde der Hohenburger Schulen“ geladen war: „Ihr habt sogar in euren Ferien gearbeitet. Das hätte es bei uns früher nicht gegeben.“

63 000 Euro hat das Anlegen des Hecken-Irrgartens bei der Jugendsiedlung gekostet, 30 700 Euro wurden vom Umweltministerium gefördert. Über Spenden, Stiftungsgelder und Benefizaktionen erreichten die Hohenburger die kalkulierten 52 000 Euro. Weil weitere Heckenpflanzen, ein Bewässerungssystem und Rindenmulch benötigt wurden, bitten sie nochmals um Spenden.

Spender gesucht

Für den begehbaren Fußabdruck spenden kann man per Überweisung an die Vereinigung der Freunde der Hohenburger Schulen bei der Sparkasse Lenggries, IBAN DE 54 7005 4306 0240 0100 09.

Von Tobias Gmach

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