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Helferinnen in der Not: Die neuen Dorfhelferinnen im Landkreis sind (v. li.) Katharina Gerlmaier, Stephanie Öttl, Margaretha Killer, Barbara Strasser, Anna Ruml und Maria Rank. Foto: tanja lühr

Besser als die Billig-Konkurrenz

Königsdorf - Im Landkreis gibt es jetzt sechs neue Dorfhelferinnen. Sie profitieren auch von einem verbesserten Arbeitsschutzgesetz.

Die Dorfhelferinnen im Landkreis freuen sich über Zuwachs. Sechs Frauen haben die Ausbildung absolviert, beziehungsweise sind noch dabei. „In ganz Bayern lernen jedes Jahr nur 14 bis 20 Frauen diesen Beruf“, sagt Anni Stöckl. Sie leitet die Einsätze der Helferinnen, die in Notfällen in überwiegend bäuerliche Familien kommen, um diese bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen.

Kürzlich trafen sich bewährte und neue Dorfhelferinnen zu einer Sitzung im Posthotel Hofherr. Teils sind sie beim gemeinnützigen Verband der Katholischen Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern (KDBH) GmbH angestellt, teils arbeiten sie auf selbstständiger Basis. Der Geschäftsführer des KDBH, Stefan Kürschner, berichtete von 1076 geleisteten Arbeitsstunden in der Landwirtschaft und 361 Stunden im nicht landwirtschaftlichen Bereich in 2013. Vermittelt werden die Dorfhelferinnen und Betriebshelfer - letztere packen bei der Stallarbeit und auf dem Feld mit an - von Anni Stöckl (Telefon 0 80 41/7 99 26 65) sowie vom Maschinenring Wolfratshausen. Dorfhelferinnen und Maschinenring haben sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen. Die Kooperation funktioniert laut Ehrenkreisbäuerin Anni Rieger sehr gut.

Ebenfalls neu ist seit einem halben Jahr die Stelle einer ehrenamtlichen Einsatzbegleitung. Anni Stöckl hat diese Aufgabe zusätzlich zu ihrem Amt als Einsatzleiterin übernommen. Betreute Familien können sich bei Problemen an sie wenden. Außerdem soll Stöckl durch Öffentlichkeitsarbeit dafür sorgen, dass der einst hoch angesehene Beruf der Dorfhelferin nicht in Vergessenheit gerät. Die Konkurrenz an billigen Haushaltshilfen, vor allem aus Osteuropa, sei groß, sagte Stefan Kürschner. Diese Kräfte würden aber von ihrer Qualifikation her meist bei weitem nicht an die Dorfhelferinnen heranreichen.

Um die Bezeichnung „Staatlich geprüfte Dorfhelferin“ führen zu dürfen, sind der Abschluss einer Hauswirtschaftsschule sowie ein Examen nach zweijähriger Ausbildung an den Landwirtschaftsschulen in Pfaffenhofen an der Ilm und Neuburg an der Donau notwendig. Ein Quereinstieg ist möglich. Neben Fachwissen benötigen die Familienhelferinnen vor allem Einfühlungsvermögen und ausreichend seelische Stabilität.

In der Vergangenheit seien die Einsätze aufgrund schwerer Krankheiten gestiegen, berichtete Anni Stöckl. Eine krebskranke Mutter mit kleinen Kindern zu unterstützen, könne an die Substanz gehen, weiß die Einsatzleiterin. Auch psychische Erkrankungen würden, wie im normalen Berufsleben, auch in der Landwirtschaft zunehmen. Die typische Unterstützung einer Mutter mit einem neugeborenen Kind gebe es zwar auch noch, doch sie sei seltener geworden als früher. Durch die Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Wolfratshausen würden jetzt zudem mehr Frauen vermittelt, die betriebliche Arbeiten wie Stallausmisten und Melken übernehmen.

Froh ist Anni Stöckl über das verbesserte Arbeitsschutzgesetz für Dorf- und Betriebshelfer. Es garantiert unter anderem ausreichende Ruhepausen.

Tanja Lühr

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