Nur das Beste für die Kinder

- Kybernetik gegen Lernprobleme

VON GABI KELLERMANN Eurasburg - "Die kybernetische Methode für lese-, rechtschreib-, und rechenschwache Kinder" war Thema eines Elternabends der Grund- und Teilhauptschule Eurasburg-Beuerberg. Schulleiter Harald Zelfel begrüßte im Saal des Rathauses über 70 Gäste. "Wir versuchen alle möglichen Register zu ziehen, um unseren Kindern das Beste weiterzugeben."

Die Referenten Eva Dreher-Spindler und Hariolf Dreher - selbst betroffene Eltern - haben diese Methode entwickelt, um anderen betroffenen Eltern zu helfen. "Viele Dinge, die altersgerecht wären, können die Kinder nicht mehr", stellte Hariolf Dreher fest, etwa rückwärts laufen oder auf einem Bein stehen. In Bewegungsmangel und unkontrolliertem Medienkonsum sieht er die Hauptursache für Lernschwächen. Etwa 15 bis 20 Prozent der Schulanfänger sind laut Statistik davon betroffen.

1980 zum Beispiel gab es noch drei Fernsehprogramme und laut einer Studie fünf Prozent Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung. "Zehn Jahre später waren es schon 25 Prozent, da gab es schon 23 Programme", sagte Denker.

Der Referent bemängelte "die Unfähigkeit dem Nachwuchs die Sprache zu vermitteln". Durch Informationen nur über Auge und Ohr - wie beim Fernsehen - entstehe ein begrenztes räumliches Vorstellungsvermögen. "Der Aufbau von visueller Interpretationskraft findet nicht statt."

Lernen aber, betonte der Referent, passiere durch Wahrnehmung gekoppelt mit Bewegung. Die kybernetische Methode richtet ihr Augenmerk auf die Bewegungen der Kinder beim Lernen. Mit Mund und Hand werden die Bewegungen beim Sprechen, Schreiben und Rechnen ausgeführt. Auch der musikalischen Früherziehung - etwa als Ersatz für Kybernetik - misst Dreher eine große Bedeutung zu. "Alles, was wir im Zusammenhang mit Bewegung erlernen, bleibt länger im Gedächtnis haften", erklärte Sozialpädagogin Eva Dreher-Spindler. Deshalb sei es wichtig, das allgemeine Bewegungsgeschick - etwa durch Fingerübungen - zu trainieren. Legasthene Kinder zum Beispiel, erklärte die Referentin, hätten nachgewiesenermaßen gestörte Bewegungsempfindung der Sprechwerkzeuge. "Damit die Kinder die Lautstruktur der Worte besser erfassen, helfen große Mundbewegungen und langsames Sprechen."

Mit Lernstörung als Etikett müsse man sich nicht abfinden, betonte die Sozialpädagogin: "Da kann man immer noch etwas machen."

Infos zur Methode und

dem Kursangebot

im Internet unter

www.kybernetische-methode.de.

Auch interessant

Kommentare