Bestellt und nicht bezahlt

- 49-Jähriger steht wegen Betrugs vor Gericht - Bewährungsstrafe

Bad Tölz-Wolfratshausen - Wegen Untreue und Betrugs ist ein Eishockey-Manager bereits vorbestraft. Am gestrigen Mittwoch stand der ehemalige Geschäftsführer einer Catering-Firma erneut wegen Betrugs in vier Fällen in Wolfratshausen vor dem Amtsgericht.

Von April bis September 2002 hatte der 49-Jährige aus Lünen bei verschiedenen Betrieben im Landkreis Back- und Wurstwaren für insgesamt 15 000 Euro bestellt. Bis heute warten die vier Gläubiger auf ihr Geld. "Ich war nicht in der Lage, meine Rechnungen zu bezahlen", beteuerte der Angeklagte. Er sei zwar bis vor kurzem noch als Manager bei einem Garmischer Eishockey-Verein tätig gewesen. Nachdem die GmbH aber Insolvenz anmelden musste, habe er dort nichts verdient. Seine Lebensgefährtin, die als Firmeninhaberin fungiert hatte, räumte ein: "Ich habe mich einfach zu wenig darum gekümmert."

Neue Stelle als Manager

Richter Johann Lupperger sah das anders und nannte das Ganze Vortäuschung falscher Tatsachen. Die 48-jährige Mitangeklagte habe Einzugsermächtigungen unterschrieben, obwohl sie wusste, dass es dafür keine Kontodeckung gab. "Ich kenne den Angeklagten seit 16 Jahren und habe ihm einfach vertraut", verteidigte sich die Geretsriederin. Außerdem habe der Angeklagte den Vorsatz gehabt, ihr durch den Betrieb eine Existenz sichern zu wollen.

Auf die Frage von Richter Lupperger, ob und wie er denn das Geld zurückzahlen will, antwortete der Angeklagte: "Ich bin ab April 2004 bei einer neuen GmbH als Manager beschäftigt." Richter Lupperger verurteilte den Angeklagten dennoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die er allerdings zur Bewährung aussetzte. Außerdem verpflichtete er den Eishockey-Manager zu einer monatlichen Schuldbegleichung von 200 Euro. Die 48-jährige Lebensgefährtin des Angeklagten, die Inhaberin der Firma, kam wegen Beihilfe zum Betrug mit 400 Euro Geldstrafe davon.rd

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