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Fröhliches Beisammensein (v. li.): Liv Marthe Føllesdal, Jorun Føllesdal, Helene Gustavsen, Sara Maria Hamre Sven und Inger Helene Blegeberg mit dem Geretsrieder Happy Hahn. 

Besuch aus Eidsvoll in Norwegen

Freunde fürs Leben

Geretsried - Schwungvolle Märsche und blau-gelbe Uniformen: Die jungen Gäste aus Norwegen machten Eindruck auf dem Sommerfest der Geretsrieder Musikschule. Seit Mittwoch sind sie in ihrer inoffiziellen „Friendship City“ zu Gast.

Seit 1970 besucht die Schulband Vilberg Skolekorps aus Eidsvoll alle fünf Jahre die Freundschaftsstadt Geretsried – oder, wie die Norweger ganz auf Englisch sagen: ihre „Friedship City“.

Inzwischen ist es 45 Jahre her, dass eine Liebesgeschichte die Beziehung zwischen Oberbayern und Norwegen geknüpft hat (wir berichteten). Obwohl es seit dem nie offizielle Vereinbarungen gab, hält die Freundschaft bis heute. „Vielleicht klappt das auch gerade deshalb, weil es keinen Druck von außen gibt“, sagt Helmut „Happy“ Hahn. Er ist Vorsitzender der Egerländer Gmoi, die die Besuche bis heute organisiert.

Das Programm für die Norweger ist voll gepackt mit vielen Höhepunkten wie etwa dem Sommerrodeln am Blomberg oder Baden und Grillen am warmen Bibisee. Besonderen Kultstatus hat ein Termin: ein Tag im Alpamare in Bad Tölz. „Wir dachten, wir könnten mit den Kleinen ins Alpamare gehen, während die alten Hasen ein Konzert auf der Königsdorfer Alm geben“, erzählt Hahn mit einem Lächeln. „Aber die Älteren haben sofort protestiert.“ Am Spaßbadbesuch führte kein Weg vorbei.

Neun Betreuer sind für die 38 Bandmitglieder zuständig. Der jüngste Musiker ist zehn Jahre alt, die Älteste 24. „Eigentlich dürfen die Schüler nur in der Band bleiben, bis sie 19 Jahre alt sind“, erklärt Bandchefin Liv Marthe Føllesdal. Wer aber bis zum Erreichen der Altersgrenze in der Band bleibt, der dürfe als Belohnung beim nächsten Geretsried-Besuch nochmal mitfahren. Das lässt sich keiner gern entgehen. Laut Føllesdal haben von sieben Schulen in Eidsvoll nur noch zwei eine Schulband. Umso wichtiger sei es, die Musikalität der Schüler zu fördern.

Noch bis zum morgigen Dienstag campieren die norwegischen Gäste in der Mittelschulturnhalle. Manche von ihnen sind schon zum dritten Mal mit der Schulband in Geretsried und haben Freunde fürs Leben gefunden. So wie die 22-jährige Inger Helene Blegeberg. „Ich will nächstes Mal wieder mitkommen, dann privat“, sagt sie. „Wir haben immer unglaublich viel Spaß mit den Geretsriedern.“

Um ihre Verbundenheit zu zeigen, kamen einige Norweger in Tracht zum Sommerfest der Musikschule. Aufgeregt fragten sie Happy Hahn, ob sie denn jetzt wie echte Bayern ausschauen würden. „Na ja, der Anblick stimmt“, antwortete Hahn. „Solange sie halt den Mund nicht aufmachen.“

Karolin Wolf

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