Bewährung mit Bauchweh

Geretsried/Wolfratshausen - Die Schöffen am Amtsgericht Wolfratshausen verurteilten einen Studenten zu 18 Monaten Haft. Der 23-Jährige war wegen Konsum und Handel mit Marihuana angeklagt.

Der junge Mann auf der Anklagebank war dem Gericht gut bekannt. Erst im September vergangenen Jahres war er wegen des Erwerbs von Marihuana zu einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt worden. Damals hatte er dem Richter weismachen wollen, er habe „nur Interesse an dem Mädchen gehabt“. Erst nach dessen Zeugenaussage hatte sich der 23-Jährige schließlich geständig gezeigt.

„Auch heute hat er versucht, mit dem Gericht zu spielen und sich in ein besseres Licht zu setzen“, hielt Richter Helmut Berger dem Angeklagten vor, mit einem „taktischen Geständnis“ eine milderes Urteil erwirken zu wollen. Zwischen November 2009 und März 2010 hatte der Geretsrieder bei zwei Lieferanten Haschisch und Marihuana in unterschiedlichen Mengen erworben. In rund 40 Fällen handelte es sich dabei um Abnahmen im Grammbereich für den Eigenverbrauch. Zuletzt kaufte er jedoch auf einen Schlag 180 Gramm, für den weiteren Verkauf fein säuberlich in kleine Plastiktütchen verpackt.

Einen Teil des Marihuanas habe er weiterverkauft, sagte der Angeklagte. Als kurz darauf sein Dealer (inzwischen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt) aufflog, habe er die restlichen 55 Gramm gemeinsam mit seiner Mutter unter „Essensreste gemischt und im Bio-Müll entsorgt“. Diese Version wurde durch die Zeugenaussage der Mutter zwar gestützt, restlos überzeugen konnte jedoch auch sie das Gericht nicht. „Mir regen sich Zweifel“, so Richter Berger. Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung des Staatsanwalts, der ein Jahr und zehn Monate beantragt hatte. „Die Bewährung gibt es mit Bedenken“, erklärte Berger. Als Auflage muss der Verurteilte 200 Stunden gemeinnützige Arbeiten verrichten.

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