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Bezirkstagswahl: CSU-Direktkandidat wirbt für psychiatrische Kliniken

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Stammtisch der Geretsrieder CSU und Gäste mit Bezirkstagskandidaten Thomas Schwarzenberger
Am jüngsten monatlichen Stammtisch diskutierten Vertreter der Orts-CSU und Gäste mit dem Bezirkstagskandidaten Thomas Schwarzenberger (vor Kopf des Tisches). © Sabine Hermsdorf-Hiss

Beim CSU-Stammtisch unterstreicht Bezirksrat und Direktkandidat Thomas Schwarzenberger die Bedeutung des Bezirkstags am Beispiel psychiatrischer Kliniken.

Geretsried – Der Bezirkstag ist eine rein bayerische Einrichtung. Dem Gremium von Oberbayern gehören 82 ehrenamtliche Bezirksrätinnen und Bezirksräte an. Einer von ihnen ist seit 2013 der Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger. Der 52-Jährige bewirbt sich erneut als CSU-Direktkandidat für den Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Garmisch-Partenkirchen Süd um ein Mandat. Der Bezirkstag wird gemeinsam mit dem Bayerischen Landtag am 8. Oktober diesen Jahres gewählt.

Bezirkstagswahl: Direktkandidat erklärt seine Arbeit und wirbt für psychiatrische Klinik

Welche Aufgaben die „dritte kommunale Ebene“ neben Gemeinde- beziehungsweise Stadtrat sowie Kreistag hat, erläuterte Schwarzenberger am Sonntag auf Einladung des Geretsrieder CSU-Ortsverbands am monatlichen Stammtisch. Ein wichtiger Zuständigkeitsbereich ist der Bau und Betrieb psychiatrischer Kliniken. Wie berichtet plant der Bezirk gerade, in Wolfratshausen an der Königsdorfer Straße 17 auf dem Grundstück des ehemaligen Forstamts zwei Tageskliniken zu errichten – eine für Kinder und Jugendliche und eine für Erwachsene.

Die Stadt hat dafür einen Bebauungsplan aufgestellt. Vor zwei Wochen, so Schwarzenberger, hat der Bezirk, der aktuell über einen 2,3-Milliarden-Euro-Haushalt verfügt, das 2200 Quadratmeter große Gelände offiziell gekauft. „Es war nicht günstig. Wir mussten dafür Wohnbaupreise zahlen“, sagte er, ohne eine genaue Summe zu nennen. Voraussichtlich im Oktober würden die gemeinnützigen kbo-Lech-Mangfall-Kliniken, ein Tochterunternehmen des Bezirks, den ersten Spatenstich vornehmen. Im September 2025 könnten die Kliniken in Betrieb gehen.

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Der Stammtisch-Ehrengast warb für die Einrichtungen. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, aber auch das Suchtverhalten hätten stark zugenommen. Insbesondere Jugendliche seien seit der Pandemie vermehrt betroffen. Bei der Gelegenheit betonte der CSU-Politiker, er sei gegen die Freigabe von Cannabis. Bisher müssten Patienten aus dem Landkreis bis nach Agatharied, München oder Garmisch fahren, sagte Schwarzenberger. „Bald gibt es auch in Wolfratshausen endlich eine Anlaufstelle.“ Weil der Behandlungszeitraum in der Regel lang sei, werde für Kinder und Jugendliche eine Schule an die Klinik angegliedert.

Wenig Sorgen wegen Fachkräftemangel: Bezirksrat verweist auf Mitarbeiterwohnungen

Der Bezirksrat zeigte sich zuversichtlich, dass die kbo-Kliniken das entsprechende Fachpersonal finden werden. Es fielen keine Nachtschichten an, und der Bezirk verfüge über einige Wohnungen für seine Mitarbeiter. Für Unmut hatte im Wolfratshauser Bauausschuss bereits die angekündigte Fällung von Bäumen auf dem Grundstück gesorgt. Wegen der Vogelbrutzeit müssen die Arbeiten noch im Februar vorgenommen werden. Schwarzenberger erinnerte an die Verpflichtung von Bauherren, andernorts aufzuforsten.

Besucherin Hannelore Schunk äußerte die Befürchtung, eine Klinik, die auch für Suchtkranke gedacht sei, könnte im Vorfeld zu Protesten von Anwohnern sorgen. Sie dachte zurück an die Demonstrationen gegen eine Suchthilfeeinrichtung in Geretsried vor rund 20 Jahren. Bürgermeister Michael Müller entgegnete, die Akzeptanz für psychische Erkrankungen sei heute eine andere als damals.

Geretsried: CSU-Direktkandidat für Bezirkstag unterstützt Wolfratshauser Klinik

Müller sprach sich im Zusammenhang mit dem Projekt dafür aus, generell lieber mehrere, kleine (Fach-)Kliniken vorzuhalten, als alles in die großen Krankenhäuser in München zu verlagern. Er persönlich habe als Patient und Angehöriger sehr gute Erfahrungen mit der Wolfratshauser Kreisklinik gemacht, erzählte er. Diese müsse ebenso erhalten bleiben wie die private Asklepios-Klinik in Bad Tölz.

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Kurz ging Thomas Schwarzenberger noch auf die weiteren Einrichtungen des Bezirks im Oberland ein: die Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf, das Glentleiten Freilichtmuseum in Großweil, das man gerade um alte Bauernhöfe aus dem nördlichen Oberbayern ergänze, und das Trachten-Informationszentrum in Benediktbeuern, das ebenfalls erweitert werde. Ein künftiger Schwerpunkt des Bezirks werde eine Informationskampagne zum Thema Demokratie für Jugendliche sein. Es sei wichtig, deren Vorteile herauszustreichen, sagte der zweifache Vater.

CSU-Stammtisch: Direktkandidat für Bezirkstag erzählt über persönliche Erfahrungen mit G7-Gipfel

Beim Besuch des Krüner Bürgermeisters durften natürlich auch ein paar Anekdoten zu den beiden G7-Gipfeln auf Schloss Elmau nicht fehlen. Schwarzenberger erinnert sich vor allem gerne an das erste Treffen in 2015 zurück, als Barack Obama und Angela Merkel vor der Alpenkulisse auf einer Holzbank posierten. Das Bild ging damals um die Welt. Wenn heute Paare in einem nahe gelegenen Gasthaus heirateten, sei die Bank stets ein beliebtes Fotomotiv.

Auf die Frage von Stammtischbesucher Heinz Wensauer, ob es einen dritten Gipfel der mächtigsten Staats- und Regierungschefs in Krün geben werde, antwortete der Rathauschef, das könne er sich nicht vorstellen. Schließlich wollten auch andere schöne Gegenden Deutschlands einmal groß herauskommen. TANJA LÜHR

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