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Lecker: Reichlich aufgetischt wurde bei der „Kermes“ der türkisch-islamischen Gemeinde an der Elbestraße.

Der Bosporus liegt an der Elbestraße

Geretsried - Allerlei Köstlichkeiten wurden am Osterwochenende am Kulturzentrum angeboten:  Zwei Tage lang feierte die türkisch-islamische Gemeinde „Kermes“ und bewies ihre Gastfreundschaft gegenüber den deutschen Gästen.

Würziger Duft weht vom Grill herüber, wo Lammfleischrollen für scharfes Adana Kebab am Spieß gebraten werden. Aus dem offenen Zelt tönen die zarten Klänge einer „Baglama“, einem türkischen Saiteninstrument. An den Tischen wird gegessen, getrunken und geplaudert. In der Hüpfburg toben die Kinder. Und über allem liegt ein Hauch von Bosporus. Zum dritten Mal veranstaltete die türkisch-islamische Gemeinde am Osterwochenende auf dem Gelände ihres Kulturzentrums an der Elbestraße eine „Kermes“ – zu Deutsch Kirmes. Zwei Tage lang bot sich bei allerhand türkischen Köstlichkeiten wie Gözleme und Lahmacun Gelegenheit, sich auszutauschen, einander kennen zu lernen und nebenbei mögliche Vorurteile abzubauen. Denn zum Fest sind neben türkischen Landsleuten, die bis aus Starnberg, Miesbach und Weilheim kommen, auch deutsche Gäste ausdrücklich willkommen. Und die genießen sichtlich die Herzlichkeit ihrer Gastgeber.

„Wir waren letztes Jahr schon hier“, erzählt Franziska Feulner, die mit Ehemann, Sohn und Schwiegereltern hergekommen ist. „Man wird herzlich aufgenommen – und das Essen ist richtig gut.“ Beide Komplimente freuen Osman Akkus und Habib Aktas, die Vorsitzenden der türkisch-islamischen Gemeinde. „Die Leute sollen sehen, was wir hier machen“, sagt Akkus.

Deshalb führt er interessierte Besucher gerne durch das Kulturzentrum, zeigt ihnen die mit Teppichen ausgelegten Gebetsräume, die Gemeinschaftsräume und das Kinderspielzimmer. Im zweiten Stock werden die Kinder in Religion unterrichtet oder lernen in speziellen Kursen schon in jungen Jahren das Saiteninstrument Baglama zu spielen. Auf 50 bis 60 Leute schätzt Habib Aktas die Zahl der Helfer, die ehrenamtlich zum Gelingen des Festes beigetragen haben. Viele Leckereien haben Gemeindemitglieder zu Hause zubereitet und spendiert – die gesamten Einnahmen kommen dem Verein zugute. Ein Dutzend Frauen ist im großen Zelt damit beschäftigt Teig auszurollen und dünne Fladen zu backen. Am Stand nebenan reihen sich Salate, Süßigkeiten und Gebäck von Tulumba (Spritzgebäck) bis Fantakuchen. „Integration muss eben gemischt sein“, sagt Aktas und schmunzelt.

von Rudi Stallein

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