Freuen sich mit den Schülern über knapp 2500 Euro vom Brandunterstützungsverein: (am Scheck v. li.) Clemens Joppich, Rektor der Geretsrieder Franz-Marc-Schule, Vereinsvorsitzender Georg Huber, Schriftführerin Susi Steiner sowie Monika Schimnitz, Vorsitzende des Fördervereins. Foto: sabine hermsdorf

Brandunterstützer lösen sich auf

Wolfratshausen - Der fast 100 Jahre alte Verein hat nichts mehr zu tun - nun löst er sich auf. Das Restvermögen geht an Geretstrieder Franz-Marc-Schule.

Wenn das eigene Haus in Flammen steht, entsteht Sachschaden in gewaltiger Höhe. In solchen Ernstfällen half früher die Dorfgemeinschaft aus und übergab zum Wiederaufbau des Hofes bäuerliches Brandbettel in Form von Bäumen oder Samen. Versicherungen, die aushalfen, gab es damals noch nicht. Seit dem 20. Jahrhundert wurden dann immer öfter Geld- statt Sachspenden übergeben. Um die Zahlungen zentral abwickeln zu können, gründete sich deswegen 1912 der Brandunterstützungsverein Wolfratshausen.

„Das letzte Mal halfen wir im Frühjahr aus, als ein Stadel in Münsing brannte“, berichtet der Vereinsvorsitzende Georg Huber. Momentan sind laut Schriftführerin Susi Steiner 400 Familien mit 800 Gebäuden im Oberland zwischen Geretsried und Gelting bis nach Schäftlarn und Baierbrunn versichert.

Da heutzutage Versicherungen im Ernstfall die Entschädigung der Brandopfer übernehmen und alle Mitglieder versichert seien, wird der private Verein obsolet. Die Mitglieder beschlossen deshalb, ihn aufzulösen.

Das Restvermögen des Brandunterstützungsvereins, rund 2500 Euro, wird an den Förderverein der Geretsrieder Franz-Marc-Schule gespendet. „Die Schule erreicht unser gesamtes Einzugsgebiet. Spenden an die Feuerwehren erschienen uns nicht sinnvoll, weil das Kapital völlig zerstückelt worden wäre“, sagt Steiner. Dieser Vorschlag sei wie der Antrag auf Auflösung des Vereins von allen anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen worden. (dor)

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