Brennpunkt im Bergwald ?

- Vandalismus zu Lasten des Steuerzahlers

VON ELKE SUMMER Wolfratshausen - Wenn rohe Kräfte sinnlos walten, wird`s teuer. Dietlind Diepen hat sich über Jugendliche beklagt, "die im Bergwald und auf der Kirchentreppe" Schaden anrichten. Nachdem das französische Gastgeschenk am Loisachufer demoliert worden war (wir berichteten), bat die Stadträtin der Freien Wähler die städtischen Jugendarbeiter um verstärkte Aufklärungsarbeit in den Klassen. Ihr Fazit: "Das ist kein Kavaliersdelikt mehr, weil es viel kostet und fast ins Kriminelle geht."

Ihre negativen Erfahrungen mit dieser Clique hat Dietlind Diepen vergangene Woche ihren Stadtratskollegen geschildert: "Die Jugendlichen haben unter anderem das Geländer einer Treppe an der Kirche kaputt gemacht und die Parkbänke aus ihrer Verankerung gerissen." Nach jedem Treffen, "die immer mal wieder dort oben stattfinden, gleicht das Areal einer Müllhalde - mit Getränkedosen, Chipstüten, Zigarettenkippen". Weil die Gruppe zudem Passanten "massiv angeht", sei es gefährlich, "dort alleine zu gehen". Auf Anfrage konkretisierte Diepen die unliebsame Begegnung einer Nachbarin mit den Halbwüchsigen: "Sie haben gedroht, deren Hund mit dem Messer abzustechen." Die Sozialreferentin bezog sich auch auf die Sachbeschädigung an der französischen Plastik.

Aufklärungsarbeit in den Klassen

Diepen regte Aufklärungsarbeit durch die Sozialpädagogen an, um kostspielige Reparaturen zu Lasten des Steuerzahlers zu vermeiden. Bürgermeister Reiner Berchtold versprach in der Ratssitzung, die Anregung weiterzugeben.

"Bislang ist das Gelände an der Kirche und im Bergwald nicht als Brennpunkt aufgefallen", meinte Berchtold nach der Sitzung. Von aktuellen Vorfällen wisse er nichts, wohl aber von Sachbeschädigungen in diesem Bereich, die etwa eineinhalb Jahre zurückliegen: "Damals hatte eine Gruppe von Waldramer Jugendlichen Blumentöpfe über Treppen gerollt", erinnert sich der Bürgermeister - diese unsanfte Behandlung hätten die Tonkrüge nicht überstanden. Gegen die Clique sei damals Anzeige erstattet worden. Ob der Bergwald jetzt neuerlich Stammplatz einer Gruppe ist, will Berchtold überprüfen lassen.

Auch Sabine Massel von der mobilen Jugendarbeit hat bislang noch nichts von den Auffälligkeiten einer Clique im Bergwald gehört, deshalb könne sie nichts dazu sagen. Sie versprach aber, "der Sache nachzugehen". An die Adresse von Dietlind Diepen gerichtet, bat die Streetworkerin darum, "mir solche Fälle in Zukunft direkt zu melden".

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