Hoch sind die Zählerstände vor allem in den Ratsstuben und im Rathaus. Möglicherweise kann mit einer Erneuerung der Technik der Stromverbrauch gesenkt werden. Das soll nun geprüft werden. Foto: archiv
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Hoch sind die Zählerstände vor allem in den Ratsstuben und im Rathaus. Möglicherweise kann mit einer Erneuerung der Technik der Stromverbrauch gesenkt werden. Das soll nun geprüft werden. Foto: archiv

Brennt das Flutlicht zu lang ?

Geretsried - Das Geothermie-Projekt in Gelting ist vorerst gescheitert. Umso mehr muss sich die Stadt Geretsried anstrengen, ihr Klimaschutzziel zu erreichen.

Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß um rund 40 Prozent reduziert werden. Wie viel Wärme, Strom und Wasser die einzelnen Liegenschaften der Stadt verbrauchen, lässt sich im ersten Energiebericht nachlesen, den Stefan Mensch kürzlich dem Stadtrat vorstellte. Um den Verbrauch noch besser kontrollieren zu können, schlug der Energie- und Gebäudemanager vor, ein Stundenmonitoring einzuführen. Der Bau- und Umweltausschuss wird darüber in einer seiner nächsten Sitzungen beraten.

Ob Wärme, Strom oder Wasser: Den größten Anteil am Gesamtverbrauch der Stadt haben die Verwaltungsgebäude, die Schulen und Kindergärten sowie das Hallenbad. Der jährliche Wärmebedarf liegt bei rund 7,2 Millionen Kilowattstunden. Die Verbrauchswerte des Rathauses, der Bücherei und des Friedhofsgebäude sind überdurchschnittlich hoch, was laut Stefan Mensch dem Alter der Gebäude geschuldet ist. Das gilt auch für die Dorfschmiede in Gelting, die zum Schutz der Einrichtung beheizt werden muss. Dort wie am Rathaus gestaltet sich eine energetische Sanierung aus Denkmalschutzgründen schwierig. Für nächstes Jahr ist allerdings geplant, im Verwaltungsgebäude einen Heizkessel auszutauschen.

Wo viel gesportelt wird, wird auch viel geduscht. Das zeigen die hohen Verbrauchswerte für die Warmwasserbereitung in den Vereinsheimen von TuS und FFG sowie in der Geltinger Turnhalle. Hier soll untersucht werden, ob durch wassersparende Armaturen eine Verbesserung erzielt werden kann. Überdurchschnittlich hoch ist der Wärmebedarf zudem in der sanierungsbedürftigen Adalbert-Stifter-Schule (das gilt auch für den Stromverbrauch) sowie im AWO-Kindergarten mit seinen vielen Fensterfronten.

Der Strombedarf der Stadt liegt bei jährlich 1,2 Millionen Kilowattstunden. Zu den Spitzenreitern zählen die Ratsstuben und das Rathaus. Hier soll überprüft werden, inwieweit mit neuer Technik Einsparungen erzielt werden können. Überdurchschnittlich hoch ist der Stromverbrauch zudem bei den drei Sportvereinen FC, TuS und FFG. Dazu sollen Gespräche mit den jeweils Verantwortlichen geführt werden. „Eventuell läuft das Flutlicht zu lang“, meint der Energie- und Gebäudemanager. Zudem will Mensch der Frage auf den Grund gehen, warum in der Feuerwache Gelting mehr Strom verbraucht wird als in der Feuerwache Nord in Geretsried.

Grünen-Stadträtin Gabriele Riegel hätte gerne auch die Verbrauchswerte des Eisstadions erfahren, „um sich bewusst zu machen, was dort alles durch die Leitungen läuft“. Diese Zahlen liegen Stefan Mensch zwar vor. Weil aber der ESC Geretsried Betreiber des Stadions ist, müsse dieser erst einer Veröffentlichung zustimmen. Ingenieur Lorenz Weidinger (Freie Wähler) stellte fest, dass die Stadt in der Vergangenheit energiepolitisch einiges investiert hat, und verwies auf die energetische Sanierung der Grundschule am Isardamm. In Zukunft sollte man bei jeder Investition analysieren, ob es sich ausgezahlt oder ob man am Ende vielleicht sogar zu viel Geld ausgegeben hat. „Ökologisch haben wir viel gemacht, aber die Ökonomie spielt auch eine Rolle.“

Von Sabine Schörner

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