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In dem Flieger, der in einen Baumarkt in Bruchsal prallte, saß auch Christian Lutz. Keiner der drei Insassen überlebte das Unglück. 

Große Trauer um Christian Lutz

Flugzeug stürzt in Baumarkt - Drama um Politiker der PARTEI und seine Mutter

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Er wollte in den Bayerischen Landtag einziehen, nun ist der Ickinger bei dem Flugzeugabsturz in Bruchsal ums Leben gekommen. Der Schock in Icking ist groß. 

Icking - Wie wäre es eigentlich, das Nord-Süd-Gefälle der Isar zu stoppen? Eine Mauer zwischen dem Nord- und dem Südlandkreis zu errichten? Oder Wolfratshausen in Edmund-Stoiber-Stadt umzubenennen? Diese nicht ganz ernst gemeinten Vorschläge unterbreitete Christian Lutz, als er im August 2016 in Geretsried einen Kreisverband von „DIE PARTEI“ gründete, die bekanntlich dem Satire-Magazin „Titanic“ nahesteht. 

Christian Lutz vor dem Banner seiner Partei „Die Partei“, bei der die Grenzen zwischen Politik und Satire verschwimmen. 

Im vergangenen Jahr kandidierte er sogar für den Landtag und holte 0,6 Prozent der Erststimmen. Von einem Einzug ins Maximilianeum war natürlich meilenweit entfernt, aber das spielte sowieso keine Rolle. Dem IT-Fachmann ging es darum, die nötige Unernsthaftigkeit in die Politik zu bringen. Jetzt ist Christian Lutz im Alter von nur 32 Jahren gestorben. Er saß in dem Flieger, der am Samstag in Bruchsal (Baden-Württemberg) in einen Baumarkt stürzte.

Die Umstände des Unglücks sind ebenso tragisch wie rätselhaft. Mit an Bord der Unglücksmaschine – einer französischen Jodel Typ Ambassador – befand sich seine Mutter Gertraud (60), am Steuer saß vermutlich deren Lebensgefährte (80). Nach Auskunft von Fliegerkameraden sollte die Maschine zunächst von Olpe Kurs nach Dachau nehmen, um Christian Lutz abzusetzen, und anschließend weiter nach Frankreich fliegen. 

Flugzeugabsturz in Bruchsal: Christian Lutz und seine Mutter sterben

Doch dann traten Probleme auf. Beim Versuch, in Bruchsal zu landen, prallte die Maschine in den Baumarkt nahe der Landebahn. Alle drei Insassen starben. Von den Besuchern des Baumarkts, der zu diesem Zeitpunkt stark frequentiert war, wurde wie durch ein Wunder niemand verletzt.

Im Ickinger Ortsteil Irschenhausen, wo Lutz wohnte, verbreitete sich am Wochenende die traurige Nachricht schnell. Der Mann mit dem geflochtenen Hipster-Bärtchen, der für die Stadt München arbeitete, war im Ickinger Vereinsleben verankert. 

„Der Schock für uns alle war groß“, erklärt sein Freund Maximilian Stocker, der einst als Kandidat der Bayernpartei für den Bundestag kandidierte und der mit Lutz viel über Politik diskutierte – freilich ohne es allzu ernst zu nehmen.

Bei der Ickinger Feuerwehr war Lutz, genannt Lulu, immer da, wenn man ihn brauchte. Als Mitglied des Trachtenvereins Isarlust huldigte er dem Brauchtum, und beim Ickinger Burschenverein gehörte er anno 2005 sogar zu den Gründern. 

„Der Christian war sehr hilfsbereit und ein sehr witziger Typ“, sagt Stocker. Erst Ende April haben die Burschen mit dem Erlös der letzten Maifeier Köln besucht – Lulu mittendrin.

Stocker und die anderen Burschen haben sich überlegt, wie man sich von Christian angemessen verabschieden kann. Man kam auf die Idee, sich abends mit einem Bier an den Maibaum zu setzen und an ihn zu denken. „Zusammensitzen, ratschen, Bierchen trinken: Das wäre ganz in seinem Sinne gewesen“, findet Maximilian Stocker. Vielleicht wird ja auch ein bisschen politisiert. Freilich mit der nötigen Unernsthaftigkeit.

Video: Kleinflugzeug stürzt gegen Baumarkt

Lesen Sie auch zu Christian Lutz: Satire für Europa (Merkur.de*)

Zu einer weiteren Flugzeugtragödie kam es im August im deutsch-österreichischen Grenzgebiet bei Schneizelreuth.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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