Statt innerhalb eines Tages soll Gülle in naher Zukunft binnen vier Stunden untergepflügt sein. Foto: Archiv

Brüssel plant Neuregelung: Gülle muss schneller untergepflügt werden

Bad Tölz-Wolfratshausen - Deutschland stößt im Jahr mehr als 550 Kilotonnen Ammoniak aus - ein klarer Verstoß gegen eine EU-Richtlinie zur Reinhaltung der Luft. In Brüssel plant man eine Gegenmaßnahme.

Einer Waldramerin stinkt’s gewaltig. Mindestens einmal im Monat, so beklagt sie, komme es „zu einer extremen Geruchsbelästigung“. Als Auslöser hat sie die Gülle ausgemacht, die Geltinger Landwirte auf ihren Feldern ausbringen. Eine Regelung aus Brüssel könnte das Leiden der Waldramerin lindern, würde aber den Bauern das Leben nicht eben leichter machen: Sie sollen in naher Zukunft ihre Gülle innerhalb von vier Stunden unterpflügen - und nicht mehr innerhalb eines Tages, wie das bisher der Fall war. Der Grund: Deutschland stößt im Jahr mehr als 550 Kilotonnen Ammoniak aus - ein klarer Verstoß gegen eine EU-Richtlinie zur Reinhaltung der Luft.

Alois Schuller, Kreisobmann des Bauernverbands, betont, dass die Neuregelung nur einen Teil der etwa 1200 Landwirte im Landkreis betrifft. „Das geht die Ackerbauern an“, sagt er. Sie sind vor allem an der Grenze zum Landkreis München (etwa Egling) heimisch und bauen Mais sowie Getreide an. Gülle wird hier einmal im Jahr ausgebracht - nämlich nach der Ernte im Herbst. Der überwiegende Rest der Landwirte bestehe aus Grünlandbauern. Sie ernten öfter, bis zu fünf Mal im Jahr. Der Unterschied, außer der Häufigkeit beim Ausbringen: „Das Grünland nimmt die Gülle auf.“ Beim Acker hingegen sei es hingegen notwendig, dass die Gülle untergepflügt wird.

Genau hier setzt Schullers Kritik an, der die Neuregelung übertrieben findet. Denn: „Ein guter Ackerbauer macht das sowieso so schnell wie möglich.“ Wenn er innerhalb weniger Stunden tätig werde, dann liege das in seinem eigenen Interesse. Denn je länger Kot und Urin auf dem Feld liegen, desto mehr Stickstoff entweicht. Und so gehe wertvoller Dünger verloren. (vu/cce)

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