In wenigen Wochen ist endgültig Schluss: Auch die Mitarbeiter der Buchhandlung Fraas sind traurig über die aktuelle Entwicklung. Foto: hermsdorf

Buchhandlung Fraas macht dicht

Wolfratshausen - Anfang Juli erst wurde das Aus der Buchhandlung Schwankl verkündet, jetzt macht schon wieder ein Wolfratshauser Traditionsunternehmen dicht. Die Familie Fraas gibt ihre Buchhandlung an der Sauerlacher Straße auf.

Dieser letzte Schritt ist Melanie Fraas und ihrer Mutter Siegrid wahrlich nicht leicht gefallen. Doch was sich in den vergangenen Jahren schon abgezeichnet hat, ist jetzt traurige Gewissheit geworden: Am 31. Oktober macht die Buchhandlung Fraas für immer zu. Am kommenden Samstag, 1. Oktober, beginnt der Räumungsverkauf.

„Wirtschaftliche und persönliche Gründe machen diesen Schritt leider notwendig“, sagt Melanie Fraas. Seit einigen Jahren arbeitet sie Seite an Seite mit ihrer Mama, der Geschäftsführerin. Die Tendenz war zuletzt immer gleich: „Die Kosten steigen, der Umsatz sinkt.“ Wie hoch die Einbußen waren, will sie nicht verraten, nur so viel: „Es rentiert sich nicht mehr."

Als Ursache macht sie nicht nur das Internet und die damit verbundenen Online-Bestellmöglichkeiten aus. Für sie ist es die Medienvielfalt insgesamt, die dem Buchhandel zu schaffen macht. „Wer heutzutage etwas wissen will, kommt nicht unbedingt zu uns.“

Seit mehr als 50 Jahren ist das Gebäude an der Sauerlacher Straße im Besitz der Familie Fraas. Melanies Großmutter betrieb hier ein Lederwarengeschäft, Ende 1973 wurde die Buchhandlung eröffnet. Von dem Haus will sich die Familie auch nicht trennen, ein Makler wird in Absprache mit den Besitzern alles weitere regeln.

Besonders bitter ist die Nachricht von der Schließung auch für die drei Mitarbeiter und für die vielen Stammkunden. Sie wissen seit einigen Wochen von der aktuellen Entwicklung. „Sie waren schon sehr traurig“, sagt Melanie Fraas. Trotz aller Vernunft, die hinter der Entscheidung der Familie Fraas steckt - ein bisschen wehmütig ist es auch Melanie Fraas zumute. „Aber das ist ja auch kein Wunder. Ich bin hier aufgewachsen und als Baby durch die Buchhandlung gekrabbelt.“

von Frederik Lang

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