Vin Schloss Hornstein bei Egling ist nur noch ein kleiner Wall übrig. repro: red

Von Buckelquadern, Tonscherben und einem kleinen Wall

Wolfratshausen - Burg-Geschichten erzählte Helmut Schmidmeier, Topograf und Hobby-Historiker aus Geretsried, beim jüngsten Treffen des Wolfratshauser Burgvereins am Freitagabend im Schützenhaus.

Das Isartal war laut Schmidmeier ein „Burgenland“. Es verlief vom Alten Hof in München über mehr als 22 Burgställe (also Standorte von Burgen, auch wenn oberflächlich nichts mehr zu sehen ist) an Isar und Loisach bis zu den Bergen. Die einzige, die heute noch steht, ist die Burg Grünwald. Die Veste gehörte im 12. Jahrhundert den Grafen von Andechs.

Die Wolfratshauser Grafen, die die hiesige Burg bewohnten, waren eine Seitenlinie der Dießen-Andechser. Man geht davon aus, dass die Wolfratshauser Festung ähnlich aufgebaut war wie andere Andechser Turmburgen: unter der Erde der Vorratskeller, darüber die Aufenthaltsräume für die Herrschaften, Zimmer für Personal und Minnesänger. Eine der größten Vesten dürfte Schmidmeier zufolge die Burg zu Baierbrunn gewesen sein. Auch Kloster Schäftlarn hatte eine Burg als Vorläufer. Davon, so der Hobby-Historiker, zeugten Funde von Buckelquadern, wie sie für die Burgfriede verwendet wurden. Auch bei Icking hat man Hinweise auf eine Burg gefunden - in Form von Tonscherben. „Jede kleinste Scherbe, die Sie in Wolfratshausen finden, ist wichtig für die Rekonstruktion“, ermunterte Schmidmeier die etwa 20 Mitglieder.

Einen kleinen Wall sehe man in Hornstein bei Egling, wenn man abwärts Richtung Isar gehe. Er riegelte die Burg Hornstein ab, die den Ministeralen von Andechs gehörte. Bewohnt ist heute noch Schloss Harmating bei Egling, nämlich von Schriftsteller Albert von Schirnding und seiner Familie. Den mittelalterlichen Edelsitz haben wohl im 13. Jahrhundert die Herren von Harmating als Turmburg erbaut.

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