Bürgermeisterwahl: Der Ton wird schärfer

- VON SABINE SCHÖRNER UND VERONIKA WENZEL Geretsried - Die Bürgermeisterwahl rückt näher, und der Ton wird schärfer. "Ich mache mir Sorgen um die Artikulation im Wahlkampf", sagte am Dienstag im Stadtrat Hans Ketelhut (CSU). Er warf FW-Sprecher Robert Lug vor, mit seinen Äußerungen, Geretsried "schlecht zu machen". Zudem habe er Mitarbeiter der Stadtverwaltung "persönlich verunglimpft" - ein Vorwurf, den Lug in einer schriftlichen Stellungnahme zurückweist.<BR>

Ketelhut hob zunächst auf die Wahlkampfveranstaltung von Cornelia Irmer mit dem Freisinger Oberbürgermeister ab. Fast "beschämt" hatte Lug an diesem Abend festgestellt, das man in Geretsried noch vieles besser machen könne. Doch laut Ketelhut sind beide Städte nicht zu vergleichen. "Wenn wir als größten Arbeitgeber den Flughafen hätten, sähe es bei uns auch anders aus."<P>Bevor der CSU-Stadtrat weiterreden konnte, fiel ihm SPD-Fraktionschef Walter Büttner ins Wort: Ketelhut könne sich gerne zu Aussagen innerhalb des Stadtrats äußern. "Aber Sie können nicht Diskussionen von draußen nach drinnen ziehen." Andernfalls könnten sich auch andere das Recht nehmen, meinte Büttner mit Blick auf den CSU-Chef: "Ich muss nur zu Herrn Meinl schauen. Da fallen mir Sachen ein, damit könnte ich Sie bis spät abends unterhalten."<P>Ketelhuts Vorwurf, er würde Mitarbeiter der Stadtverwaltung "verunglimpfen", wollte Robert Lug nicht auf sich sitzen lassen. Wie berichtet hatte der FW-Fraktionschef am Freien-Wähler-Stammtisch gesagt, dass die "Verwaltung noch nie in einem so desolaten Zustand wie momentan" war. "Meine Kritik galt aber einzig und allein Bürgermeister Hans Schmid", schreibt Lug in einem Brief an den Personalratsvorsitzenden Heinz Ciupa. Er hatte Lug zuvor schriftlich aufgefordert, "die Belegschaft der Stadt aus dem Wahlkampf herauszuhalten". Wahlkampf "auf dem Rücken der Verwaltung" liege ihm ebenso fern wie Kritik an den Mitarbeitern, versichert der FW-Sprecher. Aus Gesprächen habe er aber entnehmen können, dass einige Mitarbeiter unzufrieden mit der Personalführung im Rathaus seien. "Exemplarisch sei nur genannt, dass Herr Schmid in Sitzungen Mitarbeiter zurückpfeift und ihnen sogar das Wort entzieht." Lug hält seine Kritik am Amtsinhaber für gerechtfertigt - vor allem wegen der Aussage, die Schmid 1992 in seiner Antrittsrede gemacht hatte. Er übernehme kein wohl bestelltes Haus, meinte Schmid damals mit Blick auf die Verwaltung und seinen Vorgänger Gerhard Hasreiter. Lug: "Wer seinem Amtsvorgänger bei erster Gelegenheit so in die Hacken tritt, muss damit rechnen, dass an ihn auch entsprechende Ansprüche gestellt werden."<P>

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