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Wie geht es in Sachen Neubaugebiet weiter? Die Antwort aus diese Frage lockte am Montagabend zahlreiche Eglinger zur Bürgerversammlung in den Gasthof zur Post.

Bürgerversammlung

Neubaugebiet: Ja zu maßvollem Wachstum

Das geplante Neubaugebiet an der Hochstraße in Deining erregt die Gemüter der Dorfbewohner. Obwohl laut Bürgermeister Hubert Oberhauser „noch nichts spruchreif“ ist, nahm das Projekt breiten Raum ein in der Bürgerversammlung am Montagabend.

Egling – Rund 25 000 Quadratmeter Grund hat die Firma „Bonn – Beratende Ingenieure“ aus Pullach an der Hochstraße in Deining von einem Ortsansässigen erworben. Dem Flächennutzungsplan der Gemeinde nach könnte der Investor auf die bei Spaziergängern beliebte grüne Wiese sechs bis sieben Häuser stellen. Die Gemeinde möchte jedoch mehr Baurecht schaffen. In der Bürgerversammlung sprachen Anwohner von 35 Wohnungen, die auf dem Areal entstehen könnten. Bürgermeister Hubert Oberhauser nannte eine Zahl von 20 bis 25 Wohneinheiten.

Oberhauser: „Wir brauchen dringend Wohnraum“

In nicht öffentlicher Sitzung hat sich Geschäftsführer Heiko Bonn dem Gemeinderat bereits vorgestellt. „Er macht nicht den Eindruck eines Finanzhais auf mich“, so Oberhausers Einschätzung. Der Rathauschef berichtete, er wolle mit dem Bauwerber über die Abtretung einer kleinen Fläche für ein Einheimischenmodell verhandeln. „Wir brauchen dringend Wohnraum. Ich bin für ein gewisses Wachstum, werde mich aber dafür einsetzen, dass es maßvoll bleibt“, sagte Oberhauser. Bergstraßen-Anwohner Hugo Spitz bezweifelt, dass dies möglich sein wird. Er befürchtet einen Zuzug von 80 Neubürgern, mutmaßlich überwiegend Münchnern. Der kleine Ort Deining würde das schon allein verkehrsmäßig nicht gut verkraften. Andere Bewohner äußerten die Sorge, dass der seit 40 Jahren bestehende, einst künstlich angelegte Weiher am Grundstücksrand zugeschüttet werden könnte. Auch hier sei überhaupt noch nichts spruchreif, versuchte der Bürgermeister zu beruhigen. Er versprach eine Bürgerversammlung in Deining, sobald es konkrete Pläne gibt.

Finanzielle Situation ist „robust“

Nachdem Oberhauser zuvor in seinem Rechenschaftsbericht auf die „robuste“ finanzielle Situation der Gemeinde hingewiesen hatte (rund 745 000 Euro konnten dem Vermögenshaushalt zugeführt, rund 426 000 Euro aufs Sparbuch gelegt werden), beschwerte sich der Unternehmer Hans Pertold über die zum 1. Januar beschlossene Gewerbesteuererhöhung von 300 auf 320 Prozentpunkte. „Das ist viel für eine Gemeinde, die null Schulden hat“, urteilte Pertold. Oberhauser verwies auf die neu festgelegten Nivellierungssätze, die die Gemeinden zwingen würden, ihre Grund- und Gewerbesteuern anzupassen.

Hochbehälter und Vereinsheim

Pertold wollte zudem wissen, ob sich mit dem für Ende 2017 geplanten Bau des neuen Hochbehälters in Deining auch der bisher schwache Wasserdruck von „höchstens zwei Bar“ im Ort steigern lasse. Der Bürgermeister sagte, man könne nachjustieren, falls die neue, etwas höhere Lage des Hochbehälters keine wesentliche Verbesserung bringe. Außer in den Hochbehälter für rund 1,5 Millionen Euro will die Gemeinde heuer in den Vereinsheimbau in Thanning 566 000 Euro investieren. Für ein neues Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Egling liegen 412 000 Euro bereit. Als Planungskosten für die Sanierung der Grundschule sind bereits 231 000 Euro im Haushalt eingestellt.

Lob vom Landrat

Im Januar hat die Gemeinde das Springer-Anwesen gegenüber dem Rathaus erworben. Rathauschef Oberhauser kann sich vorstellen, das nicht denkmalgeschützte Gebäude abzureißen und an seiner Stelle eine soziale Einrichtung zu bauen. Das Problem seien historisch möglicherweise bedeutsame Hügelgräber im Boden. Vor einer Baumaßnahme müsse also erst die Denkmalschutzbehörde gefragt werden. Lob und Anerkennung sprach Landrat Josef Niedermaier der Kommune aus: „Seit Jahren kann ich ohne Spickzettel nach Egling kommen, weil es hier einfach keine Probleme gibt.“

Von Tanja Lühr

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