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Strompioniere: Justus Schütze (li.), Stromnehmerin Sibylle Ulbrich und Stromgeber Wolfgang Fraunhofer.

Stromnetzwerk „Buzzn“

Die kritische Masse wird erreicht

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Stromnetzwerk „Buzzn“ sagt den großen Energiekonzernen den Kampf an – mit dem „Strom der Gemeinschaft“.

„Wir propagieren ‚people power‘ – demokratisch, direkt und dezentral“, umschreibt der Wolfratshauser Justus Schütze das Projekt. Zusammen mit zwei Freunden, darunter ein Schulfreund aus der Flößerstadt, hat er „Buzzn“ gegründet.

Die Idee: Wer zu Hause überschüssigen Strom produziert, etwa mit einem Blockheizkraftwerk im Keller oder Solarmodulen, kann diesen in den Energiepool von „Buzzn“ einspeisen. Daraus beziehen wiederum Stromnehmer ihre Energie und bezahlen für ihren Verbrauch. Für die Stromabgabe heimst der Stromgeber eine Vergütung ein, die einen Cent pro Kilowattstunde über der gesetzlichen liegt – so will es „Buzzn“ garantieren.

Der Unternehmensname ist Programm: „Buzz“ kann im Englischen Energie bezeichnen, aber auch mit „Gerücht“ übersetzt werden. Auf einer Landkarte auf der Internetseite www.buzzn.net sind die Standorte der meisten Geber und Nehmer durch Fähnchen markiert. In ganz Deutschland hat „Buzzn“ seit der Geschäftsaufnahme 2011 fast 1000 Menschen für diese Idee gewinnen können, darunter knapp 30 aus Wolfratshausen. Zwei von ihnen, Geber Wolfgang Fraunhofer und Nehmer Pfarrer Edzard Everts (stellvertretend für die evangelische Gemeinde St. Michael), hatte das BR-Fernsehmagazin „quer“ für seine Sendung am Donnerstagabend interviewt.

Transparenz und Dezentralität stünden immer ganz oben auf der Prioritätenliste. „Unsere Kunden sollen nachvollziehen können, woher ihr Strom stammt – und langfristig auch darüber bestimmen. Die Leute sollen sich mit ihrem Strom beschäftigen, statt ihn als bloßes Produkt zu sehen.“

(Benjamin Gildein)

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