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Der Schriftsteller Chaim Noll im Gespräch mit Schülern des Günter-Stöhr-Gymnasiums.

Gast im Günter-Stöhr-Gymnasium

Chaim Noll klärt brennende Fragen zum Nahen Osten

München/Icking – Der international bekannte deutsch-israelische Schriftsteller Chaim Noll besucht auf seiner Lesereise durch Deutschland das Günter-Stöhr-Gymnasium in Irschenhausen/Icking.

Noll, der auch an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beerscheba lehrt, traf sich zu einem Fachgespräch mit den Religionslehrern und nahm an einer schulinternen Fortbildung mit den Geschichtslehrern teil. Es fand ein überaus lebhaftes Gespräch mit vielen konkreten Fragen statt. Etwa, was für eine Rolle Flucht und Vertreibung bei der Staatsgründung spielten? Welchen Sinn heute die Mauer hat und wie dennoch die palästinensische Wirtschaft belebt wird?

Gibt es Perspektiven für eine friedliche Koexistenz im Nahen Osten? Zur Sprache kamen auch die aktuellen Konflikte, die Auseinandersetzungen zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen und die Spannungen zwischen Hamas, Hisbollah, Fatah, Iran, IS und anderen Dschihadisten. Eine 9. Klasse hatte im Deutschunterricht Geschichten aus Chaim Nolls Buch „Kolja“ gelesen. Der Autor wollte die Klasse gerne kennenlernen. Zuerst las er einige Seiten aus seinem Buch, dann stellten die Schüler ihm zahlreiche Fragen: Wann haben Sie zu schreiben begonnen und wie haben Sie Ihre Manuskripte aus der damaligen DDR herausgeschmuggelt? Schreiben Sie immer an mehreren Büchern gleichzeitig? Warum sind Sie nach Israel ausgewandert? Wie sehen Sie die Zukunft dort? Im Blick auf diese Frage machte Chaim Noll deutlich, dass er in wirtschaftlicher Verflechtung, wachsendem Wohlstand und respektvoller nachbarschaftlicher Normalität die Zukunft für eine friedliche Koexistenz sieht.

Dieser Studientag mit seinen Einblicken in die Welt des Nahen Ostens aus der Perspektive eines deutschen Israelis hat den Schülern und Lehrern über den Tag hinaus zu denken gegeben.

(red)

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