So shoppt Wolfratshausen

Kaufverhalten unter der Lupe

Wolfratshausen - Die Cima hat das Kaufverhalten der Wolfratshauser genauer unter die Lupe genommen. Die Daten sollen auch anderen Gemeinden helfen.

Drei kurze Fragen haben die Mitarbeiter der City-Managementfirma Cima kürzlich den Wolfratshausern nach ihrem Einkauf gestellt. Durchgeführt wurde die Befragung vor dem Rewe-Markt an der Königsdorfer Straße und vor dem Tengelmann an der Sauerlacher Straße. „Wir wollen herausfinden, bei welchen Punkten sich die beiden Einkaufsstandorte grundsätzlich unterscheiden“, erklärt Christian Hörmann, Cima-Büroleiter in München. Während der Rewe-Markt im Gewerbegebiet liegt, ist der Tengelmann in ein Wohngebiet integriert. „Uns interessiert, woher die Kunden kommen, mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind und für wie viel Geld sie einkaufen.“

Das Ergebnis nach einem Umfragetag mit 400 Teilnehmern: Beim Tengelmann waren deutlich mehr Einkäufer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs als bei Rewe. „Dafür hat der Einkauf im Schnitt nur die Hälfte gekostet“, sagt Hörmann. Ein Markt im Wohngebiet, schlussfolgert der Cima-Experte, muss folglich einen deutlich größeren Kundenstamm ansprechen, um den selben Umsatz zu generieren wie ein großer Anbieter außerhalb der Stadt. Dieser werde nämlich häufig für so genannte Wochenend- oder Kofferraum-Einkäufe frequentiert.

„Mit Hilfe der Umfrage betreiben wir klassische Marktforschung für unser System“, sagt Hörmann. Mit den gewonnenen Eckdaten könne die Cima abstrahieren und auch anderen Gemeinden bei der Optimierung ihres Ladenangebots unterstützen. Zudem würden Firmen die Infos anfordern, um potenzielle Kundenzahlen und das Verkehrsaufkommen für Neueröffnungen abschätzen zu können. Für eine optimale Standortentwicklung sei wichtig, dass das Geschäft „gut an Straßen angebunden sein sollte, aber dennoch in der Nähe eines Wohngebiets liegt“, so Hörmann.

Die Marktforschung in der Flößerstadt führte die Cima laut dem Büroleiter unabhängig von ihrem vertraglichen Engagement mit der Wolfratshauser Stadtverwaltung durch. Wie berichtet berät das Unternehmen bei der Entwicklung der Altstadt. „Die Daten werden der Stadt aber selbstverständlich zur Verfügung gestellt“, sagt Hörmann. Für Wolfratshausen seien durch die Umfrage „keinerlei Kosten entstanden“. (dor)

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