+
Homeoffice im Hotelzimmer: Während der Corona-Pandemie arbeitet Sebastian Bergau gelegentlich vom Hotel Klostermaier aus.

Corona-Pandemie

Clevere Idee: Ickinger Hotel vermietet Zimmer als  Homeoffice

  • Franziska Konrad
    VonFranziska Konrad
    schließen

Während der Corona-Pandemie bleiben in den Hotels viele Betten leer. Um dies zu ändern, hat sich das Ickinger Landhotel Klostermaier etwas einfallen lassen: Zurzeit vermietet es seine Räume tageweise fürs Homeoffice. Ein Blick in Zimmer Nummer 112.

Icking – Konzentriert sitzt Sebastian Bergau an dem braunen Holzschreibtisch und tippt auf die Tastatur seines Laptops. Homeoffice – in Zeiten von Corona alles andere als ein Einzelfall. Doch das Besondere hier: Der Ickinger sitzt nicht daheim, sondern arbeitet von einem Hotelzimmer aus.

Bereits zum zweiten Mal hat sich Bergau im Hotel Klostermaier eingemietet. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Zuhause hat der Rechtsanwalt eine Familie mit vier Kindern. „Hier im Hotel habe ich einen Raum für mich allein, kann konzentriert und in Ruhe arbeiten“, sagt der 42-Jährige. Kommt der Ickinger nach getaner Arbeit nach Hause, kann er sich „voll und ganz“ der Familie widmen. Bergau: „Dann plagt mich nicht mehr der Gedanke im Hinterkopf, dass ich noch etwas für die Arbeit erledigen muss.“

Abgesehen davon habe er schon immer versucht, Arbeit und Privates räumlich zu trennen, erzählt Bergau. Bevor er auf das Angebot vom Hotel Klostermaier stieß, probierte der Ickinger bereits, vom Kellerraum seiner Schwester aus zu arbeiten – leider ohne Erfolg. Bergau: „Die Internetverbindung war dort einfach zu schlecht.“

Ebenfalls lesenswert: Tölzer Gesundheitsamts-Chef zu Corona: „Wir dürfen nicht alles zur Tragödie machen“

Trotz der vielen Vorteile sieht der Anwalt beim Arbeiten im Hotel-Homeoffice auch ganz klar einen Nachteil: Für 20 Euro am Tag sei das Zimmer zwar „verhältnismäßig billig“. „Aber ich denke, dass sich das momentan nicht jeder leisten kann“, so Bergau. Allein, wenn man an die ganzen Menschen denke, die zurzeit Kurzarbeit haben.

Für Bergau selbst ist Homeoffice eigentlich alles andere als Neuland. „Schon vor der Krise habe ich öfters von daheim aus gearbeitet. Aber das war eben nur teilweise, und nicht ausschließlich“, erzählt er. Am meisten fehlen ihm derzeit deshalb seine Kollegen. „Ich arbeite nun einmal gerne im Team. Ich bin einfach ein Herdentier“, sagt Bergau und muss lachen.

Währenddessen steht unten im Foyer des Betriebs Hotelchefin Karin Schmid hinter dem Empfangstresen. Dass sie heute einen Teil ihrer 32 Zimmer fürs Homeoffice vermietet, verdankt Schmid indirekt ihrem Mann. „Der war sozusagen unser allererster Homeoffice-Gast“, erzählt sie. Denn auch der Projektmanager arbeitet gezwungenermaßen von zu Hause aus. „Weil wir daheim kein Arbeitszimmer haben und mein Mann viel telefonieren muss, konnte er dort nicht in Ruhe arbeiten“, berichtet Schmid. Die Folge: Der Gatte wanderte täglich für ein paar Stunden in ein Hotelzimmer aus – und die Idee zur Homeoffice-Vermietung war 

geboren.

Auch interessant: Maibaum trotz Corona

Mittlerweile empfängt Hotelchefin Schmid täglich fünf bis zehn Homeoffice-Gäste, die zum Teil aus der ganzen Umgebung anreisen.

Info

Pro Tag kostet ein Homeoffice-Zimmer im Ickinger Landhotel Klostermaier 20 Euro. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0 81 78/86 78 70 melden. Auch das Hotel Oberhauser in der Gemeinde Egling vermietet derzeit seine Zimmer an Homeoffice-Gäste. Der Preis beträgt 40 Euro pro Tag oder 150 Euro für eine Woche. Buchungen sind unter der Telefonnummer 0 81 76/9 30 30 oder per E-Mail an info@oberhauser-egling.de möglich.

kof

Lesen Sie auch: Haarschnitt mit Maske: Friseursalons dürfen wieder öffnen

Auch interessant

Kommentare