Karl-Lederer-Platz

CSU-Stammtisch: Wie bringt man Leben ins Zentrum?

Geretsried - Wie bringt man wieder Geschäfte und damit Leben auf den Karl-Lederer-Platz? Damit beschäftigte sich die CSU an ihrem gestrigen Stammtisch. Eine Lösung wäre laut Fraktionssprecher und Einzelhändler Volker Reeh ein größerer Supermarkt im Zentrum.

„Die Stadt braucht den Einzelhandel, aber der Einzelhandel braucht die Stadt nicht“, zitierte der CSU-Fraktionssprecher und Unternehmer Volker Reeh eine alte Kaufmannsweisheit. Als Kreis- und Bezirksvorsitzender des Handelsverbands Bayern hat er diesen um Rat gebeten, wie es mit dem Geretsrieder Zentrum weitergehen soll. Der Verband empfehle, ein großes Lebensmittelgeschäft in die Innenstadt zu holen. Ein Supermarkt bringe Frequenz, und das sei neben der Lage das entscheidende Argument für Geschäftsansiedlungen, sagte Reeh am Stammtisch.

Der Rewe-Markt an der Egerlandstraße verzeichnet laut Reeh täglich zwischen 1800 und 2500 Kunden: „Das ist immens wichtig fürs Zentrum. Mehr Kunden wären aber noch besser“, so der Unternehmer. Wie Reeh im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, wäre Rewe bereit, in größere Räume umzuziehen. Bisher hat der Markt eine Verkaufsfläche von rund 400 Quadratmetern. Reehs Vorstellung wäre, dass die Baugenossenschaft ihr altes Gebäude an der Egerlandstraße (im Anschluss an Sport Utzinger) abreißt und ein neues Wohn- und Geschäftshaus baut. Rewe könnte dann dort ins Erdgeschoss einziehen.

Das Problem mit zu großen beziehungsweise zu kleinen Verkaufsflächen gebe es auch an anderer Stelle. Der von Reinhold Krämmel geplante Neubau an der Ecke Martin-Luther-Weg (ehemals Schlecker/Schröter) scheitere auch daran, dass die Fläche von 500 Quadratmetern „zu groß für die Kleinen und zu klein für die Großen sei“, sagte Reeh. Im Neubau an der Ecke Hermann-Löns-Weg (ehemals Fisch & Feinkost Reeh und Blumenfenster) mit derselben Größe plane die private Investmentgesellschaft KLP 9 als Eigentümerin deshalb, zwei oder drei Einheiten statt einer zu schaffen. Nach Auskunft Volker Reehs laufen Gespräche mit Interessenten in diese Richtung.

Positiv nannte es der Fraktionssprecher, dass Bürgermeister Michael Müller (CSU) zurzeit Gespräche mit allen Gebäudeeigentümern am Karl-Lederer-Platz und an der Egerlandstraße führe. Das sei „nachhaltiger“, als erst Pläne für die Bebauung der Böhmwiese zu schmieden und danach an das eigentliche Zentrum zu denken, meinte Reeh in Anspielung auf die Vorgehensweise von Müllers Vorgängerin Cornelia Irmer (parteifrei).

Auch der CSU-Ortsvorsitzende Ewald Kailberth begrüßt es, dass die Stadt sich zunächst um die Belebung des Karl-Lederer-Platzes bemüht. Die Böhmwiese sollte nach seinem Willen „das Wohnzimmer Geretsrieds“ bleiben, ein Erholungsort mit viel Grün und Aufenthaltsqualität. Der Geschäftsführer eines Logistik-Unternehmens weiß um die schwierige Situation des Einzelhandels. Das Online-Geschäft lege jedes Jahr um acht bis neun Prozent zu. „In Zukunft werden die Menschen auch immer mehr frische Lebensmittel im Netz bestellen“, glaubt Kailberth. Tanja Lühr

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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