1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen

Dächer kaputt, Autos zerbeult, Tiere tot

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Unwetter vom Wochenende richten erhebliche Schäden an. Ein Situationsbericht.

20 Minuten hat der Hagelsturm am Freitag gedauert. Das genügte, um eine Schneise der Verwüstung vor allem in Beuerberg, Herrnhausen und Geretsried zu hinterlassen. Überschwemmungen und beschädigte Dächer - mitsamt zerstörter Sonnenkollektoren - und Pkw waren die häufigste Folge. Doch gibt es viele weitere Vorkommnisse, die zeigen, wie viele Menschen in unterschiedlichem Ausmaß von einem solchen Unwetter betroffen sein können.

Feuerwehren sind dabei nicht nur diejenigen, die Schäden bei anderen beseitigen; sie sind auch Opfer. So mussten die Beuerberger den Keller ihres Feuerwehrhauses auspumpen. Zudem wurde ihr First-Responder-Fahrzeug „gewaltig zerbeult“, sagt Kommandant Paul Wenus. Bange Minuten erlebten die Mitglieder der DLRG Geretsried: Sie waren laut Markus Zuleger, Pressebeauftragter der Rettungsleitstelle Weilheim, nach St. Heinrich gerufen worden: Mehrere Personen im Wasser, hieß es. Die DLRG musste jedoch wegen des Hagels acht Minuten in der Wache verharren, bevor sie losfahren konnten. „Gott sei Dank war es ein Fehlalarm“, so Zuleger.

Auch die Geretsrieder Wehr wurde vom Hagel behindert: Sie kam teilweise mit maximal 20 Stundenkilometern voran, sagt Kommandant Robert Korndörfer. Er berichtet auch von etlichen Personen, die wegen Platzwunden in die Kreisklinik Wolfratshausen eingeliefert werden mussten. Seitens des Krankenhauses wurden dies nicht bestätigt: Für eine Stellungnahme war gestern niemand erreichbar.

„Alles lässt sich richten, solange niemand verletzt wird“, sagt Vollrad von Poschinger. Die Schäden, die an seinem Haus entstanden sind, sind jedoch enorm: Die Dächer gleichen einem Sieb. Ein halber Hektar Fläche sei zerstört. Trotz Planen drang Wasser ein. Zudem sind viele Triebe der gezüchteten Christbäume zerstört. Neben diesen wirtschaftlich relevanten Schäden ist für ihn der Verlust von fünf der knapp 100 Rot- und Damhirsche „besonders schlimm“. Der Hagel hatte sie erschlagen. „Es war ein Schock“, sagt er nach dem grauenhaften Fund: Als er ins Gehege kam, waren die Kälber bereits tot, das Muttertier musste notgeschlachtet werden.

Auf einen „harten Hausbewohner“ stieß Josef Ertl. Diese Beschreibung meint der Kommandant der Herrnhauser Feuerwehr durchweg positiv. Der Schaden an einem Haus sei so groß, dass es „eigentlich nicht mehr bewohnbar ist“. Am Freitag hatte der Hagel das Dach zerstört. Nachdem das Gebäude über kein Unterdach verfügt, konnte das Wasser am Samstag „wie in einer Sprinkleranlage“ ungehindert eindringen. Pfützen stünden im Erdgeschoss. Putz falle quadratmeterweise von den Wänden, es rieche bereits modrig. „Aber der Mieter bleibt drin.“ Der Hausbesitzer wolle die Sanierungsmaßnahmen in Angriff nehmen.

Es gibt auch durchweg gute Nachrichten: Die Schäden für die Landwirte seien „sehr gering“, sagt Eurasburgs Bürgermeister Michael Bromberger. Und im Geltinger Hinterhalt zeigte sich, wie engagiert durstige junge Leute sein können: Sie nutzten einen Stromausfall, um das Wasser abzuschöpfen, das über die Treppe in den Eingangsbereich gelaufen war. Anschließend wurde gefeiert: Die Chefin hatte ihnen für den Einsatz Freigetränke versprochen.

Auch interessant

Kommentare