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Entscheidung einstimmig gefallen: Deutsche-Bank-Manager soll Vorstandschef bei der Commerzbank werden

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Darauf ein Schlückchen Rémy Martin

- Geretsried - Normalerweise ist 18 Uhr kein glücklich gewählter Beginn für eine Musicalvorstellung. Schon gar nicht, wenn im Nebenzimmer der Ratsstuben zur selben Zeit das Spiel des FC Bayern gegen seinen Kontrahenten 1860 München läuft. Was ist schon ein schnöder Kulturabend gegen das 1:0 von Roque Santa Cruz? Dennoch war der Saal ein paar Schritte weiter überraschend gut besucht. Knapp 150 Zuschauer hatten sich am Sonntag für "Das Phantom der Oper" entschieden.<BR>

Die Geschichte ist so alt wie Quasimodo, der Glöckner von Notre Dame. Ob auf der Bühne oder im Märchen ("Die Schöne und das Biest"), die Hoffnung, dass die Liebe über das vordergründig Hässliche siegt, hat schon Tausende zu Tränen gerührt. Von Paris nach Geretsried brachte das "Europa Musical Ensemble" große Kultur in die Kleinstadt. Was zuerst verhaltene Skepsis hervorrief, entpuppte sich alsbald zu einem unterhaltsamen, kurzweiligen Abend.<P>Die Darsteller, allesamt freischaffende Künstler und ausgebildete Opernsänger, verzichteten beim Gesang auf Mikrofone und überraschten mit Professionalität. Beate Vetsera als Primadonna Carlotta hatte nicht nur ein temperamentvolles Lachen, sondern eine ebensolche Stimme parat. Die gelegentlichen Kieckser der Sopranistin Anina Gautschi (als schöne Christine) wirkten dagegen manchmal etwas dünn.<P>Dünn wirkten von Zeit zu Zeit auch die kleinen Witzchen und flapsigen Redensarten ("Was war denn das für ne Show?", "Meine Name ist Hiob, ich bringe ein Botschaft"), die sicher nicht aus der Feder von Gaston Leroux (1868-1927) stammten, dem Autor der berühmten Schauergeschichte. Auch nicht wirklich originell das kleine Wortspiel zwischen dem Sekretär Rémy (Hanns-Dieter Braun) und dem Faktotum Madame Giry (Irene Ziedek): "Ich heiße Martin Rémy." - "Darauf genehmigen wir uns ein Schlückchen Rémy Martin."<P>Dagegen bekam Felix Müller, der als grauenhaft entstelltes Phantom in den düsteren, unterirdischen Gewölben des Palais Garnier sein Unwesen trieb, für seine außerordentliche Bühnenpräsenz stehende Ovationen vom begeisterten Publikum.Roswitha Diemer<P>

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