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„Holodarei huldjo-i riddirialaio“: Die Wolfratshauser Liedermacherin Barbara Lexa ist Expertin in Sachen Jodeln.

Jodeln mit Barbara Lexa

„Das beste Mittel gegen Depressionen“

Wolfratshausen - „Jodeln kann im Prinzip jeder lernen“, sagt Barbara Lexa. Und: „Jodeln verbindet die Menschen.“ Seit zwei Jahren bietet die Wolfratshauser Liedermacherin und Musikern Jodelkurse an. Am Samstag, 15. Februar, lädt sie erstmals zu einem „Offenen Jodeln“ ein. Dabei wird sie auch ihre neue CD „Jodelmantras“ vorstellen.

In der Familie von Barbara Lexa wurde immer schon musiziert. Als Neunjährige begann sie mit dem Gitarre-Unterricht, mit elf Jahren kam das Klavier hinzu. Später folgten Ziach, Blockflöte, E-Bass und Keyboard. Bereits in der dritten Volksschulklasse komponierte sie ihre ersten eigenen Lieder. Mit ihrer Mutter Therese, die unter dem Namen „Mayer Reserl“ schon in den 1950er und 60er Jahren als Musikantin, Jodlerin und Volksschauspielerin auftrat, sang und jodelte Lexa im Duett. „Meine Mutter war die beste Jodel-Lehrerin“, schwärmt die Wolfratshauserin. Inzwischen ist Lexa (Jahrgang 1967) eine der wenigen weiblichen Jodel-Expertinnen, die ihre Kunst auch unterrichten. Ihre Schüler kommen aus Kanada, Schweden, Australien und Deutschland. „Beim Jodeln geht es darum, den Übergang von der Brust- zur Kopfstimme hörbar zu machen. Man nennt es auch Jodelschlag. Mir sag’n halt Schnackler dazu“, erklärt Lexa und macht es kurz vor: „Holodarei huldjo-i riddirialaio.“

Jodeln, so erklärt Lexa, sei aus einer Art Kommunikationshilfe heraus entstanden. „Über Berge und Täler hinweg wären gesprochene Sätze ja nicht über weite Entfernungen verstanden worden. Das Jodeln wurde mehr oder weniger als Signal eingesetzt.“ In vielen traditionellen Jodel-Liedern sei früher aus Sicht von Jägern und Wildschützen gesungen worden, „die hauptsächlich vom Fensterln und dergleichen handelten“, weiß die Liedermacherin. Weil aber Lexas Kursteilnehmer zu 80 Prozent weiblich sind, beinhalten ihre CDs zeitgemäße, neutrale Texte, die Lexa ins Bayerische umgewandelt hat. „Als Gaudi habe ich die Texte sogar ins Englische übersetzt.“

Ganz neu auf dem Markt ist Lexas zweite CD „Jodelmantras“. Dazu motiviert hätten sie ihre Jodelkursteilnehmer, bei denen die Mantras besonders gut angekommen seien. Entstanden sind elf Stücke wie „Diaf drin samma unendli“, „Satt und blau is da Himme“ oder der „Hochalm-Jodler“, der am Wilden Kaiser in Tirol entstanden ist. „Es ist quasi eine musikalische Verbindung zwischen dem Alpenländischen und der östlichen Spiritualität“, sagt Lexa. „Aber es ist keine Meditationsmusik.“ Mantras heißen die Stücke deshalb, weil es keine Geschichten sind, sondern kurze Texte, die sich wiederholen. Im Gegensatz zu üblichen Meditations-CDs könne man die „Jodelmantras“ gut beim Autofahren anhören, „weil sie keine einschläfernde, sondern eine belebende Wirkung haben“. Der Musikstil ist ein breiter Rhythmusbogen, der vom Bayerischen mit Ziach bis ins Südamerikanische reicht. „Fast schon Weltmusik“, sagt Lexa, lacht und ergänzt. „Die Jodler sind dem Ganzen natürlich angepasst."

Vorgestellt werden „Jodelmantras“ erstmals beim „Offenen Jodeln“ am Samstag, 15. Februar, im Landgasthof Berg in Eurasburg. „Das offene Jodeln ist ein Experiment“, sagt Lexa. „Ich glaube nicht, dass es hier in der Gegend in der Form schon etwas vergleichbares gibt.“ Das „Offene Jodeln“ sei aber kein Jodelkurs. Denn ähnlich wie bei den offenen Singkreisen trägt Lexa die Texte und Melodien kurz vor und „dann wird einfach drauf los gejodelt“. Barbara Lexa bestätigt übrigens, dass in ihren Jodelkursen „viel gelacht wird“. Einige Teilnehmer würden sogar darauf schwören, dass Jodeln „das beste Mittel gegen Depressionen ist“. Wie gut Jodeln und Lachen zusammenpassen, hat ja schon Loriot gewusst. Und auch bei Lexas Jodelkursen bekommt jeder Teilnehmer am Ende ein Jodel-Diplom.

Info

Barbara Lexas Bücher und CDs wie „Jodelmantras“ gibt es über www.balexa.de. Infos zum Jodelkurs unter www.jodel-kurs.de.

(rd)

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