"Das ist grottenschlechter Stil"

Geretsried - „Das ist grottenschlechter Stil.“ Deutliche Worte findet der Aufsichtsratsvorsitzende des Wirtschaftsforums Oberland, Reinhold Krämmel, für die jüngsten Äußerungen des Geretsrieder CSU-Fraktionssprechers Volker Reeh.

Wie berichtet hat Reeh mit einem Austritt der Stadt Geretsried aus dem Wirtschaftsforum gedroht, weil dessen Vorstand zu einer Veranstaltung des Grünen-Kreisverbands im Krämmel-Forum in Wolfratshausen eingeladen hatte. Reeh, zugleich Wirtschaftsreferent des Stadtrats, sieht dadurch die politische Neutralität des Gremiums nicht mehr gewahrt.

„Wir haben unsere Mitglieder auf diese Veranstaltung nur hingewiesen“, erklärt dazu Reinhold Krämmel als Aufsichtsratsvorsitzender des Wirtschaftsforums. Als Hausherr stellt er zudem klar, dass er sich keine Vorschriften mache lasse, wen er in das Krämmel-Forum lässt und wen nicht. Grundsätzlich stelle er sein Haus für alle Aktivitäten zur Verfügung, „die dem Gemeinwohl dienen“, sagt der Unternehmer. Das könnten soziale, kulturelle, gesellschaftliche und eben auch politische Veranstaltungen sein, „unabhängig von welcher Partei“.

So gab es eine Jubiläumsfeier der SPD im Krämmel-Forum, auch die Europa-Union hat dort schon Vorträge gehalten. Im Januar nutzte der Kreisverband der Grünen die Räumlichkeiten. Unter dem Stichwort „Peak Oil“ referierte Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft Österreich, über die Endlichkeit fossiler Brennstoffe und die energiepolitischen Herausforderungen, die sich daraus ergeben.

„Das ist kein Thema, das eine Partei für sich gepachtet hat“, sagt Reinhold Krämmel, früher Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag. „Das ist ein Thema, das uns alle angeht.“ Deshalb habe er als Hausherr seine Räume dafür „bewusst und gerne zur Verfügung gestellt“.

Der Abend, so stellt Krämmel als Aufsichtsratsvorsitzender klar, sei keine Veranstaltung des Wirtschaftsforums Oberland gewesen. Vielmehr sei man sich im Vorstand einig gewesen, dass man aus Gründen der politischen Neutralität hier keine Rolle übernehmen wolle. Wegen der Wichtigkeit des Themas habe man die Mitglieder aber auf die Veranstaltung hingewiesen. „Dass dieses Ereignis jetzt als Instrument für parteipolitische Zwecke benutzt wird, nehme ich mit Verwunderung zur Kenntnis“, kommentiert Krämmel die Vorwürfe von Volker Reeh. Und: „Wer mit dem Zeigefinger auf andere deutet, der muss damit rechnen, dass drei Finger auf ihn zurückzeigen.“ (sas)

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