"Das kommt einer Enteignung gleich"

Egling - In Puppling regt sich Widerstand gegen einen Fischteich. Anwohner fürchten, dass der Kaltenbach austrocknet. Die Gemeinde kann nicht viel unternehmen.

Die Gemeinderatssitzung am Dienstag birgt Zündstoff. Es geht um jenen Punkt auf der Tagesordnung, der die „Errichtung einer Fischteichanlage und einer landwirtschaftlichen Hofstelle in Puppling“ ankündigt. Den Teich bauen will ein Fischmeister, er hat das Grundstück von der Stadt München erworben.

Der Plan gefällt nicht jedem. So stört sich Anwohnerin Ursula Fagner an dem Vorhaben. Sie verweist darauf, dass die Wiese ringsum von Biotopen und Landschaftsschutzgebieten umgeben sei. „Damit würde eine europaweit einmalige Landschaft komplett zerstört.“ Zumal das Ganze relativ groß ausfallen. „Da geht es um sechs Fischteiche, eine Bruthalle, einen Laden und ein Wohnhaus“, sagt sie.

Denn: Das Wasser, das für den Betrieb aus dem Kaltenbach entnommen werden soll, würde zwar erst gefiltert und dann wieder eingeleitet. „Doch damit können niemals wirklich alle Rückstände ausnahmslos aufgefangen werden.“ Der Kaltenbach und die Biotope hätten darunter zu leiden. Auch sind die Fagners persönlich betroffen. Die Famile hat seit 1927 das Fischrecht für den Bach. Bei einer Wasserentnahme fürchtet Ursula Fagner, dass der Kaltenbach zu wenig Wasser führt und im Sommer sogar ganz austrocknet. „Für uns kommt das einer Enteignung gleich.“

Die Gemeinde Egling ist für den Vorgang nur bedingt zuständig. „Das Wasserrecht wird vom Landratsamt in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim geprüft“, erklärte Geschäftsführerin Gisela Feiertag. Bei der Gemeinde sei lediglich ein Antrag auf Bauvorbescheid eingegangen - und um diesen geht es am Dienstag im Gemeinderat. (cjk)

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