"Das ist ein Riesenaufwand für nix"

- Namhafte Händler bleiben der Geretsrieder Autoschau fern

"Das ist ein Riesenaufwand für nix. Man steht das ganze Wochenende da und hat nichts davon", sagt Heinz-Gerhard Moll. Der Renault-Händler aus Wolfratshausen setzt auf die vom Konzern angesetzten Tage der offenen Tür in den eigenen vier Wänden. Er verzichtet mittlerweile sowohl auf die Geretsrieder Autoschau als auch auf die Wolfratshauser Automeile. Er konnte bei beiden Veranstaltungen keine Umsatzzuwächse verzeichnen. Die Verbraucher würden sich beim Autokauf heute anders informieren, so Moll.<P>Karl-Rudolf Billion, der VW und Audi in Geretsried vertreibt und ebenfalls schon länger nicht mehr auf der Böhmwiese ausstellt, verärgert vor allem der "häufig matschige" Standort: "Ich möchte, dass die Leute in mein Autohaus kommen. Die Böhmwiese passt nicht zum Image von Audi." Billion hat generell nichts gegen eine Autoschau. Der MSC könne sich doch an dem Konzept anderer Städte orientieren, wo die Autohäuser und Geschäfte geöffnet seien und die Besucher sich beim Händler direkt informierten, so Billion. Der Wolfratshauser BMW-Vertreter Robert Häusler hat ähnliche Argumente: Für die "Philosophie" des Münchner Automobilbauers "reicht es nicht, sich nur auf der platten Wiese zu präsentieren".<P>Sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Geretsrieder Autoschau war dagegen Günter Jorde, der in Wolfratshausen und Geretsried Ford verkauft. "Die Schau bringt nicht am selben Tag was, sondern auf Dauer zeigt sie Wirkung", sagt Jorde. Dass sich andere Händler beschweren, dass sie ihre Ausstellungsfahrzeuge nach der Autoschau aufwändig reinigen müssten, versteht Jorde nicht. Autos müsse man immer waschen, so der Ford-Händler. Auch bei Ausstellungen in den eigenen Räumen. Jorde sieht den Kunden im Nachteil, wenn sich einige Anbieter nicht dem Wettbewerb stellen: "Für den Verbraucher ist die Autoschau auf der Böhmwiese schön, weil er mit 100 Schritten über alle Marken einen Eindruck gewinnt."<P>

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