Problematisches Wahlrecht: Weil Eltern ihre Kinder oft lieber in der Nähe ihres Arbeitsplatzes in eine Krippe geben, bekommen viele Landgemeinden zunehmend Probleme, ihre Plätze vollzukriegen. Foto: Archiv

„Das wird uns das Genick brechen“

Münsing - Die Freien Wähler aus Münsing und Eurasburg diskutieren mit der Landtagsabgeordneten Tanja Schweiger über Kinderbetreuung.

Des einen Freud’ ist in Sachen Kinderbetreuung des anderen Leid. Das umfangreiche Wunsch- und Wahlrecht der Eltern stelle die Landgemeinden vor Probleme, sagen die Bürgermeister Michael Grasl aus Münsing und Michael Bromberger aus Eurasburg. Mit der Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Tanja Schweiger, diskutierten sie am Montagabend über Familienpolitik. Schweiger ist Kinderbeauftragte der Landtagsfraktion.

Vor allem Eltern und Erzieherinnen waren zu der Veranstaltung der Freien Wähler gekommen. Bromberger berichtete, wie schwierig es sei, für die geplante Beuerberger Krippe in Trägerschaft der katholischen Kirche Personal zu finden. Außerdem führe das Wahlrecht der Eltern dazu, dass viele ihre Kleinkinder an ihrem Arbeitsort außerhalb der Gemeinde betreuen ließen. Die Gemeinde zahle für diese Kinder, bringe aber ihre eigenen Krippen nicht voll, sagte Bromberger. „Das wird uns irgendwann das Genick brechen.“

Der Personalmangel sei in der Tat ein großes Problem im Moment, bestätigte Schweiger. Erzieher sei von den Rahmenbedingungen her ein unsicherer Beruf. Besonders junge Frauen müssten sehr flexibel sein, da sich ihr Gehalt nach der Stundenanzahl richte, die die Eltern für ihre Kinder buchten. Nach fünf Jahren Ausbildung und angesichts der hohen Verantwortung sei das eigentlich kaum zumutbar, findet die Abgeordnete. (tal)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Thanning: Nach zehn Jahren Pause wieder eine Bettelhochzeit 
Die Thanninger Burschen lassen am 3. März einen Faschingsbrauch aufleben.
Thanning: Nach zehn Jahren Pause wieder eine Bettelhochzeit 
Tatort S7: Widerliche Szenen in S-Bahn-Abteil
Die Bundespolizei bittet um Zeugenhinweise: Gefahndet wird nach einem 35 bis 45 Jahre alten Mann, der in der S7 sein Unwesen trieb.
Tatort S7: Widerliche Szenen in S-Bahn-Abteil
Darum sind Drifter so schwer zu überführen
Immer wieder richten so genannte Drifter schweren Sachschaden an. Gefasst werden sie nur selten. Wie kürzlich in Beuerberg, wo drei junen Männer mit ihren Audis im …
Darum sind Drifter so schwer zu überführen
Auf Abwegen: Regisseur Hanns Christian Müller in Ascholding
Normalerweise gibt Hanns Christian Müller Schauspielern Anweisungen. Diesmal las er aus seinem Buch.
Auf Abwegen: Regisseur Hanns Christian Müller in Ascholding

Kommentare