„Das Wohnzimmer der Stadt“

Geretsried – Der Entwicklungs- und Planungsausschuss (EPA) hat einen weiteren formalen Schritt in Richtung Bebauung der Böhmwiese getan: Er hat der Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt.

Dies ist Voraussetzung, um einen Bebauungsplan aufstellen zu können. Die Flächennutzungsplan-Änderung erarbeitet haben das Architekturbüro Kehrbaum aus München und die Landschaftsplaner „Stadt Land Fritz“ aus Friedberg. Stefanie Fritz erläuterte in der Sitzung die Details: Damit das jetzige Zentrum und die Böhmwiese zusammenwachsen können, muss die Bundesstraße 11 Richtung Schwaigwaller Hang verlegt werden. Ein so genannter shared-space-Bereich, in dem Fußgänger, Radfahrer und Autos gleichberechtigt sind, soll dann den Karl-Lederer-Platz mit der Böhmwiese verbinden. Auf der 70 000 Hektar großen Wiese sind im Süden ein Wohngebiet und in der Mitte ein Mischgebiet aus Geschäften und Wohnungen geplant. Der Norden soll Fritz zufolge unverändert bleiben. So sieht es auch der im November vom Stadtrat genehmigte Masterplan vor, in den die Anregungen aus zwei Bürgerbeteiligungen eingeflossen sind. Der Masterplan sei allerdings rechtlich nicht bindend, erklärte Bauamtsleiter Jochen Sternkopf. Mit der Änderung des Flächennutzungsplans gehe man nun eigentlich „einen Schritt zurück“. Ebenfalls etwas zurückgehen möchte CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn mit der vorgesehenen Baudichte. Die Stadt solle „nicht alles bis aufs letzte Fleckerl zupflastern“, appellierte er an die Verwaltung und seine Ausschusskollegen. Wirtensohn schlug vor, die Bewerbung für die Kleine Gartenschau 2015 aus der Schublade zu holen. 2008 hatte sich Geretsried um die Ausrichtung beworben, war aber nicht zum Zug gekommen. Es gibt jedoch eine Broschüre, in der alle Ideen zusammengefasst sind. So hatte man an einen „Baumwipfelpad“ und an ein Feuchtbiotop gedacht, aber auch an Freizeiteinrichtungen wie eine Kletterwand und einen Skaterpark sowie an einen Skulpturenweg. Wirtensohn forderte, die Böhmwiese solle „das Wohnzimmer der Stadt“ mit hoher Aufenthaltsqualität werden, auch weil zu viele neue Geschäfte den Einzelhandel am Karl-Lederer-Platz und an der Egerlandstraße gefährden würden.

(tal)

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