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Tierheim Gelting: Ankommende Tiere sind oft verwahrlost und müssen sozialisiert werden

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Von: Michaela Schubert

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Katze aus dem Geltinger Tierheim Josefa-Burger
Mona ist verwildert: Sie darf dank ihrer Paten ein glückliches Leben im Josefa-Burger-Tierheim genießen. © Michaela Schubert

Geretsried – Gründe für heimatlose und herrenlose Tiere gibt es viele – „meist ist der Mensch schuld“, berichtet Manuela Ravara, Leiterin des „Josefa-Burger-Tierheims in Gelting. Sie berichtet von ihrer Arbeit.

Ein Tier bedeutet Verantwortung für den Tierhalter und dieser Aufgabe scheinen nicht alle Besitzer gewachsen zu sein. „Denn oft müssen wir verwahrloste oder schwerkranke Vierbeiner in Obhut nehmen, weil ihre Halter sich nicht mehr darum kümmern.“ Unterernährung, schwere Krankheiten, die längerfristig medizinisch versorgt werden müssen oder das klassische Aussetzen. Mit all diesen Themen hat die Leiterin täglich zu tun.

Seit 28 Jahren setzt sich Tierheim-Leiterin Manuela Ravara für heimatlose Fell- und Federwesen ein

Mit ihrem großen Herz, viel Feingefühl und Fachwissen versorgt die Leiterin nebst Personal rund 40 Schützlinge. Überwiegend leben Katzen im Josefa-Burger-Heim. Aber auch Hunde, Ziegen und Gänse. Seit 28 Jahren setzt sich Manuela Ravara für heimatlose Fell- und Federwesen ein. Einige Bewohner dürfen sogar ihren Lebensabend bei Ravara verbringen und zwar in der Seniorenresidenz.

Beim Rundgang durch das Katzengehege erzählt Pflegerin Kristina Wölm von der erfolgreichen Vermittlung der neun­jährigen Katze Mini, die damals absolut verstört ankam. „Minis Frauchen hatte angeblich eine Katzenallergie.“ Mini sei über ein Jahr im Keller ohne Kontakt zu Menschen gehalten worden, berichtet Wölm betroffen. „Das Tier war total vereinsamt und scheu, die arme.“ Mit viel Geduld habe eine Vermittlung nach langer Resozialisierung dann doch geklappt.

Bevor sich Leute einen Fellgefährten anschaffen, sollen sie sich gut überlegen, ob sie der Verantwortung gewachsen sind

Geltinger Tierheim-Leiterin Manuela Ravara

Ravara appelliert: „Bevor sich Leute einen Fellgefährten anschaffen, sollen sie sich gut überlegen, ob sie der Verantwortung gewachsen sind und ob die Rahmenbedingungen für Halter und Tier stimmig sind.“ Im Fall von finanziellen Engpässen könne immer mit den behandelnden Tierärzten oder Kliniken ein Weg gefunden werden, dass die Tiere eine Behandlung erhalten, die es benötigt. Denn der Mensch übernehme die Verantwortung bewusst. Das Tier ist den Besitzern leider hilflos ausgeliefert, soviel solle klar sein.

Haustiere sollten bei der Tierschutzorganisation Tasse registriert werden

Außerdem möchte die Leiterin darauf hinweisen, wie wichtig es sei, die Tiere bei der Tierschutzorganisation Tasso registrieren zu lassen. Eine Anmeldung sei kostenlos und helfe, Fundtiere ihrem Herrchen schnell zuzuordnen. „Es nützt nichts, wenn die Tiere gechipt oder tätowiert sind, wenn sie nicht bei Tasso gemeldet sind.

Leider gibt es auch Katzen, die nicht vermittelt werden können: Für unvermittelbare Fellnasen gibt es eine eigene „Seniorenresidenz“. Derzeit haben „26 Tiere die Möglichkeit, in Frieden bei uns alt werden zu können“, erklärt Wölm.

Finanziert wird das Projekt durch Spenden und Patenschaften. Eine Patenschaft sei ideal für Menschen, die Tiere finanziell unterstützen möchten oder uns gerne helfen wollen, die Seniorenvilla reinlich zu halten. „Viele der Paten, können selbst aus verschiedenen Gründen kein Tier halten“, ergänzt Ravara. Somit ermöglichen wir eine Symbiose zwischen Tierliebhabern und den Fellnasen. Weitere Informationen dazu auf www.tierheim-gelting.de.

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