GW-Vorsitzende Britta Wurm.
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Wurde einstimmig wiedergewählt: BGW-Vorsitzende Britta Wurm.

Nachhaltige Investitionen

Baugenossenschaft Wolfratshausen steckt viel Geld in Sanierungen und Wohnungsbau

Wolfratshausen/Geretsried – Coronabedingt fand die Jahreshauptversammlung der Baugenossenschaft Wolfratshausen (BGW) erstmals im Geretsrieder Ratsstubensaal statt. Dabei berichteten die Vorstandsmitglieder über vergangene und künftige Herausforderungen.

So investiert die BGW für die Sanierungen und die Neubauten an der im Stadtteil Farchet gelegenen Blombergstraße rund 13,3 Millionen Euro.

Finanziert wird das Projekt laut BGW-Vorsitzender Britta Wurm mit etwa 9,6 Millionen Euro Fremdmitteln, einem nicht rückzahlbaren Zuschuss der Regierung von Oberbayern in Höhe von 1,26 Millionen Euro und einem Eigenkapital von 2,4 Millionen Euro. Vorstandskollege Josef Wehbe rechnet damit, dass die Neubauten an der Blombergstraße 6-8 schon 2022 bezogen werden können.

Ebenfalls im kommenden Jahr soll eine neue Pelletsheizanlage 150 BGW-Wohnungen am Waldramer Isarring versorgen. Für die Abbruchmaßnahmen und den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern „Am Waldrand 26“ müssen nach Einschätzung Wehbes rund 7,5 Millionen Euro investiert werden.

„Die Leistungsfähigkeit der Baugenossenschaft wird in den kommenden Jahren noch wichtiger werden“, prognostizierte Aufsichtsratsvorsitzender Christian von Stülpnagel.

Auszahlung einer Dividende nicht mehr zeitgemäß

Ebenso wie Wehbe verwies er auf umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Bestandsgebäuden sowie ambitionierte Neubauprojekte, die trotz Lieferengpässen und Baukostenpreissteigerungen während der Corona-Krise in Angriff genommen wurden. Um den finanziellen Handlungsspielraum zu erhalten, beantragte BGW-Vorstandsmitglied Winfrid Borcherdt eine besondere Satzungsänderung.

„Die Auszahlung einer Dividende an die Genossenschaftsmitglieder ist nicht mehr zeitgemäß, da es derzeit kaum noch Zinsen gibt“, erklärte der Rechtsanwalt. Der dadurch eingesparte Betrag beziehungsweise Bilanzgewinn in Höhe von rund 112.000 Euro soll zur Stärkung des Eigenkapitals der BGW beitragen. Die Mitglieder befürworteten den Verzicht auf die Auszahlung einer Dividende für die Jahre 2019 und 2020 einstimmig.

BGW-Vorsitzende Britta Wurm berichtete anschließend von personellen, digitalen und bautechnischen Herausforderungen. So musste Ersatz für Claudia Albert gefunden werden.

2020 war echter Kraftakt

Die Geschäftsstellenleiterin verabschiedete sich im September 2020 nach über 40-jähriger Tätigkeit in den Vorruhestand und erlebte auch noch die aufwändige Einführung eines neuen EDV-Programms, für das sehr viele Schulungen und Datenabstimmungen erforderlich waren.

„Das Jahr 2020 war ein echter Kraftakt für uns“, bilanzierte Wurm. Umso erfreuter berichtete sie von stabilen Zahlen: So verwaltet die BGW derzeit 455 Wohnungen, 305 Garagen und vier Gewerbeeinheiten auf einer Gesamtwohn- und Nutzfläche von 34.835 Quadratmetern.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in den BGW-Wohnungen lag im vergangenen Jahr bei 7,29 Euro und damit weit unter der ortsüblichen Miete. Der gesamte Vermögenswert der Baugenossenschaft, also der Wert aller Anlagen, Häuser und Grundstücke, beläuft sich auf 37,5 Millionen Euro.

Am Ende zweistündigen Versammlung bestätigten die BGW-Mitglieder per Akklamation die Vorsitzende Britta Wurm sowie die Aufsichtsratsmitglieder Birgit Barath, Markus Schweiger und Peter Schneider in ihren Ämtern. Peter Herrmann

Quelle: DasGelbeBlatt

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