Die Wolfratshauser Hütte auf 1.751 Metern See­hö­he in Tirol.
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Prunkstück der Wolfratshauser Hütte auf 1.751 Metern See­hö­he in Tirol ist die Panoramaterrasse mit Blick auf die verschneite Zugspitze.

Zimmer mit Zugspitz-Ausblick 

DAV Wolfratshausen blickt auf 100 Jahre Berghütte in Tirol zurück

  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Wolfratshausen/Tirol – Die Wolfrats­hau­ser Hüt­te liegt 1.752 Me­ter hoch über dem Tiroler Tal­kes­sel von Ler­moos und Ehr­wald am Ran­de der Lech­ta­ler Al­pen und vis-a-vis der Zug­spit­ze. Seit 100 Jahren ist sie nun im Besitz der Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) Wolfratshausen, der jetzt auf die vergangenen Jahre zurückblickt.

Am 2. Februar 1921 erwarb die DAV Sektion Wolfratshausen für 3.000 Kronen das Grundstück in der Größe von einem Tagwerk (Das Flächenmaß umfasst in Bayern rund 3.400 Quadratmeter).

Danach schufteten die Mitglieder um einen Steig zum alpinen Hochgelände anzulegen. „Hans Drexler brachte das Material wie Holz und Schindeln mit zwei Mulis innerhalb von vier Monaten zum Bauplatz“, berichtet Alexander Wenger, Pressereferent der DAV Sektion Wolfratshausen.

Inflation machte Anteilsscheine wieder wertlos

Die Kosten für den Hüttenbau kamen per Anteilsscheine in Höhe von 20.000 Mark zusammen. „Aufgrund der Inflation wurden diese allerdings wieder wertlos und die Einlösung unterblieb daher.“

Nikolaus Lanzinger, der Sektionsmitglied und Baumeister war, fertigte später die Hütte zuerst zur Besichtigung auf seinem Lagerplatz in Wolfratshausen an. Dann wurde sie komplett abgebaut und am jetzigen Standort am Grubigstein wieder aufgebaut. Am 2. Oktober 1921 war es soweit und die Wolfratshauser Hütte wurde eingeweiht.

„Durch alle Zeiten“

Der damalige DAV-Vorsitzende Alois Huber sagte bei seiner Festrede: „Halt mein Wolfratshauser Haus treu durch alle Zeiten aus.“ Mit dem Bau der Sessellifte 1961 in Lermoos kamen dann die Touristen zur Hütte und der erste Erweiterungsbau war nötig. Das Gebäude bekam einen Anbau mit Sitzecke sowie einen Waschraum nebst Toilette.

Lange hielt der Anbau den stetig steigenden Anforderungen nicht Stand und musste 1968 dem zweiten Anbau weichen. Um den Transport zu erleichtern wurde bereits ein paar Jahre vorher eine Materialbahn von der Sessellift-Bergstation zur Hütte eingerichtet.

Aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse fanden sich jedoch keine Hüttenwirte. „Mit zwei sehr kleinen vier bis fünf Quadratmeter großen Kämmerchen konnte niemand überzeugt werden“, berichtet Wenger weiter. Die DAV-Mitglieder bauen daher einen Querbau (20 Meter auf fünf Meter).

Nach der Fertigstellung des Anbaus 1968 standen Betten für 46 Bergfreunde inklusive eines Damenschlafraumes zur Verfügung.

Hüttenwochenende der DAV Sektion Wolfratshausen: Am Samstag, 11. September, gibt es nachmittags eine Präsentation zur Geschichte. Sonntag, 12. September, beginnt um 11 Uhr die Bergmesse mit der Stadtkapelle Wolfratshausen und Kaplan Jaime-Pascal Hannig. Anmeldung unter Tel: 08856/822 40.

In den nächsten Jahrzehnten wurde die Hütte weiter modernisiert. Es folgten ein Wasser- und Stromanschluss sowie eine Grundsanierung 2003. „Aus der ehemals einfachen Hütte wurde ein Zuhause für die langjährigen Pächter Bettina und Werner Blaßl“, so Wenger. Seit zwei Jahren leiten die Wolfratshauser Hütte Mathias und Andreas Lehner aus der Nähe von Linz.

„Aufgrund der großartigen Lage im Ski- und Wandergebiet ist die Hütte Anziehungspunkt für viele Sommer- und Wintergäste“, so Wegner. Ebenso Veranstaltungen wie die Bergmesse oder das dortige Countryfest. „Gerade durch die Herausforderungen der heutigen Zeit bekommt der Wunsch von Alois Huber wieder deutlich mehr Gewicht“.

Quelle: DasGelbeBlatt

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