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Geretsried: SPD-Ortsverband im Stadtgespräch - mehr Fachpersonal und keine Passivität

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Von: Peter Herrmann

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SPD-Ortsvorsitzender Martin Bruckner (2. v. r.) und KJFV-Vorsitzender Reiner Berchtold (4. v. r.) in Geretsried.
Plädieren für eine interkommunale Zusammenarbeit mit Wolfratshausen: SPD-Ortsvorsitzender Martin Bruckner (2. v. r.) und KJFV-Vorsitzender Reiner Berchtold (4. v. r.). © Herrmann

Geretsried – Die Namen von etwa 100 Kindern stehen derzeit auf der Warteliste für Geretsrieder Betreuungseinrichtungen. Damit sie nicht länger wird, schlug der SPD-Ortsverband beim jüngsten Stadtgespräch in der Gaststätte Isarwinkel verschiedene Maßnahmen vor.

„Wenn wir nichts tun, haben wir in einigen Jahren 600 Kinder auf der Warteliste stehen“, warnte SPD-Ortsvorsitzender Martin Bruckner vor Passivität. Gabriele Poch, Erziehungsleiterin im Tagesheim einer Münchner Grundschule, sieht ebenso Handlungsbedarf bei der Stadt Geretsried.

Denn dort gibt es bisher nur kirchliche und privat finanzierte Kinderbetreuungseinrichtungen. Städtische Trägerschaftsmodelle, wie sie etwa in Wolfratshausen praktiziert werden, hält sie für sinnvoll.

Reiner Berchtold, ehemaliger Bürgermeister der Nachbarstadt und dort mittlerweile Vorsitzender des Kinder- und Jugendfördervereins (KJFV), gab ihr Recht. „Es ist gut, wenn die Stadt viel in eigener Hand hat“, berichtete er.

Bei Personalausfällen schneller und flexibler reagieren

Denn Tarifverträge im öffentlichen Dienst seien ein attraktives Lockmittel für Fachpersonal, das derzeit knapp ist. Berchtold regte eine interkommunale Zusammenarbeit mit Geretsried an und verwies darauf, dass der KJFV neben Wolfratshausen mittlerweile auch die Schulkinderbetreuung in Icking, Münsing und Egling übernommen hat.

„Dadurch können wir bei Personalausfällen schneller und flexibler reagieren“, sagte Berchtold. Bernhard Lorenz, ehemaliger Lehrer am Gymnasium Geretsried, befürwortet aufgrund der Leistungsfähigkeit des KJFV eine Zusammenarbeit. Zunächst aber gelte es für die Genossen, einen Antrag für den Stadtrat zu formulieren, dass städtische Kinderbetreuungseinrichtungen geschaffen werden müssen.

Kosten kommen über Steuereinnahmen wieder rein

Berchtold verwies auf die Notwendigkeit, Wohnraum für das Betreuungspersonal anzubieten. Betriebswohnungen, wie sie beispielsweise das AWO-Demenzzentrum in Wolfratshausen plant, seien der richtige Ansatz.

Dass diese Maßnahmen Geld kosten, ist den SPD-Mitgliedern bewusst. „Die Kosten kommen aber wieder über Steuereinnahmen ein, wenn die Eltern aufgrund einer längeren Kinderbetreuung mehr arbeiten können“, glaubt Andreas Vetter.

Als Vater von zwei Kindern und Elternbeiratsvorsitzender an der Isardamm-Grundschule erlebt der Rechtsanwalt den Betreuungsnotstand hautnah. Aufgrund des ab 2026 geltenden Rechtsanspruchs für die Schulkinderbetreuung und der steigenden Einwohnerzahlen in Geretsried drängt nun die Zeit.

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