Festwirt Christian Fahrenschon
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Beendete den Festbetrieb vorzeitig und rief zu einer Kundgebung aus: Festwirt Christian Fahrenschon.

Protest gegen zu strenge Corona-Auflagen

Geretsrieder Waldsommer wird wegen Corona vorzeitig abgebrochen

Geretsried – Einen Tag früher als geplant endete am Wochenende das Waldsommerfest an der Jahnstraße in Geretsried.

Grund war ein Zwist mit der Stadtverwaltung, die die Unterlagen mit den Sicherheitsauflagen erst kurz vor Beginn übergab und trotz geringer Besucherzahlen auf ein vorgeschriebenes Kontingent an Sicherheitskräften bestand. Bei einer Demonstration am Sonntag äußerten die Betroffenen ihren Unmut.

Die Unterlagen mit den Sicherheitsauflagen übergab die Stadtverwaltung erst kurz vor Beginn. Und trotz geringer Besucherzahlen auf ein vorgeschriebenes Kontingent an Sicherheitskräften bestand. Bei einer Demonstration am Sonntag äußerten die Betroffenen ihren Unmut.

Auflagen bei Regen nicht nachvollziehbar

„Bei dem regnerischen Wetter ist die Auflage der Anwesenheitspflicht von mindestens vier Sicherheitskräften und bis zu neun Kräften am Abend nicht rentabel und auch nicht nachvollziehbar“, erklärte Festwirt Christian Fahrenschon.

Zuvor hatte er am schwach besuchten Dienstag zwei der vier vorgeschriebenen Sicherheitskräfte vorzeitig nachhause geschickt und wurde daraufhin am Mittwoch zusammen mit seiner Frau Claudia wegen dieser Ordnungswidrigkeit zu einem Gespräch ins Rathaus gebeten. „Ich habe den Sitzungssaal vorzeitig verlassen, weil mir die Tränen in den Augen standen“, berichtete sie.

Bei einer angemeldeten Kundgebung am Sonntagvormittag kamen neben Fahrenschon auch der Präsident des Bayerischen Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller Wenzel Bradac sowie Josef Diebold vom Schwäbischen Schaustellerbund zu Wort.

Ich habe bereits sechs Feste mit über 100.000 Besuchern in diesem Jahr durchgeführt. Dabei konnte keine einzige Infektion nachgewiesen werden.

Christian Fahrenschon, Festwirt

Dass die Stadt Geretsried seine Bitte nach einer Reduzierung der Sicherheitskräfte an mäßig besuchten Tagen nicht erfüllte, konnte auch Wenzel Bradac nicht nachvollziehen. „Es ist unmenschlich, was hier passiert ist“, erklärte der Präsident des Bayerischen Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller.

Er äußerte die Befürchtung, dass das Fortbestehen der Schaustellerbetriebe durch eine zu rigide Auslegung von Sicherheitsauflagen gefährdet sei. „Wenn das so weitergeht, wird dieses anerkannte Kulturgut sterben“, prognostizierte Bradac. Er legte Wert auf die Feststellung, dass alle Schausteller und Wirte auf Hygiene achten.

Ermessensspielraum nicht genutzt

„Wir wollen alle arbeiten und dem Staat nicht zur Last fallen“, stellt Bradac klar. Josef Diebold kritisierte, dass die Geretsrieder Stadtverwaltungen ihren Ermessensspielraum nicht genutzt habe. „Wir sollten Probleme lösen statt Probleme zu finden“, forderte er.

Christian Fahrenschon übernahm den Geretsrieder Waldsommer 2017 und sorgte in den darauffolgenden Jahren für einen deutlichen Besucheranstieg. Dies erkannte auch die Geretsrieder Ortsvorsitzende der Freien Wähler, Ann-Kathrin Güner: „Ich glaube, dass noch kein Festwirt bei den Geretsriedern so gut ankam“, stellte sie fest.

Neben der Stadträtin und einigen Freien Wählern war auch der Geretsrieder Kulturreferent Hans Ketelhut (CSU) bei der von vielen Polizisten bewachten Demo erschienen.

Wenn Christian Fahrenschon wie bereits angekündigt im kommenden Jahr nicht mehr den Waldsommer veranstaltet, würden nicht nur Güner, Ketelhut und die rund 100 Demo-Teilnehmer dies bedauern – zumal sich die Suche nach einem Nachfolger schwierig gestalten dürfte. Peter Herrmann

Quelle: DasGelbeBlatt

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