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Institut präsentiert Strategiehandbuch im Geretsrieder Stadtrat zur Stadtentwicklung

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Von: Peter Herrmann

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Am Karl-Lederer-Platz in Geretsried.
Die Aufenthaltsqualität am Karl-Lederer-Platz soll durch weitere Begrünung und Sitzgelegenheiten erhöht werden. © Herrmann

Geretsried – Der Aufbau von „zukunftsfesten Strukturen“ und eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Akteuren sind die Hauptziele eines Strategiehandbuchs, das die imakomm Akademie GmbH jüngst im Stadtrat vorstellte.

„Es soll für unsere sich dynamisch entwickelnde Neue Mitte ein Weg gefunden werden, neue Besuchsgründe zu schaffen und gleichzeitig die Qualität für den Aufenthalt zu steigern“, erklärte Wirtschaftsförderin Rebecca Geisler.

Nach mehreren Expertenrunden und zwei Projektgruppensitzungen, die im Mai und Juni stattfanden, erarbeitete das Institut für Marketing und Kommunalentwicklung (imakomm) ein Handbuch, das langfristig als Grundlage für die Arbeit des City- und Zentrumsmanagement in Geretsried dienen soll.

„Wenn es eine Stadt gibt, die unterschätzt wird, vor allem von sich selbst, dann ist es Geretsried“, glaubt imakomm-Geschäftsführer Peter Markert. Er lobt zwar die noch andauernden Umgestaltungsmaßnahmen am Karl-Lederer-Platz und an der Egerlandstraße, sieht aber noch Handlungsbedarf. „Geretsried ist die dynamischste Stadt im Landkreis, aber städtebaulich reicht es nicht: Sie müssen ran“, forderte Markert.

Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem Einzelhandelsverein ProCit

Seiner Ansicht nach genüge es nicht, nur Handel im Zentrum anzusiedeln. „Es müssen multifunktionale Lebensmittelpunkte geschaffen werden“, empfahl er. Erforderlich sei eine Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem Einzelhandelsverein ProCit und der Industriegemeinschaft Geretsried (IGG). Um diese Kooperation zu intensivieren, soll im Rathaus eine neue City-Marketing-Stelle geschaffen werden.

„Das ist der Kümmerer und Ansprechpartner, der alles zusammenhält“, erklärte Markert. Unterstützt von der Geretsrieder Initiativ-Plattform (GIP) sollen alle Marketingmaßnahmen gemeinsam entwickelt werden. Der Stadtrat beschloss, dieser Plattform pro Jahr ein Budget von 40.000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Mehr Angebote für die Jugend und mehr Versickerungsflächen

Die Maßnahmen sollen zu konsumfreien Flächen und einer klimaresilienten Innenstadt führen. Auf Nachfrage von Professor Detlev Ringer erläuterte Markert, was für ihn Klimaresilienz und Konsumfreiheit bedeute: „In der Innenstadt mehr Bäume zur Beschattung zu haben, mehr Angebote für die Jugend und mehr Versickerungsflächen für Wasser bei Starkregenereignissen. Konsumfrei heißt, ohne Konsumzwang sich auf Sitzgelegenheiten niederlassen zu können.“

Volker Reeh (Geretsrieder Liste) begrüßte die City-Offensive. „Wir brauchen aber nicht nur einen Kümmerer, sondern auch einen, der was macht“, hofft er. Etwas skeptischer zeigte sich Fraktionskollege Elmar Immertreu. „Es ist sicherlich eine Herkulesaufgabe, diese Betonwüste mit Leben zu füllen“, gab er zu bedenken. Gegen die Umsetzung des Strategiehandbuchs stimmten lediglich Arthur Wolfseher (SPD) und Detlev Ringer (Grüne).

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